• Bipolare Störung

     

Bipolare Störung: Wie wirkt Licht unterschiedlicher Wellenlänge?

Bei Personen mit Bipolarer Erkrankung ist die innere Uhr vermutlich verändert, weshalb es zu Störungen im Schlaf-Wach-Rhythmus kommt. Wissenschaftler des Universitätsklinikums Dresden wollen nunmehr analysieren, bei welcher Wellenlänge des Lichts – zum Beispiel Rot oder Blau – die Unterschiede in der Melatonin-Produktion am stärksten auftreten.

Licht reguliert die „innere Uhr“ und bringt sie mit der Umwelt in Einklang. Solange Menschen Licht ausgesetzt sind, wird die Bildung des Botenstoffes Melatonin unterdrückt, bei Dunkelheit steigt dessen Produktion an und sorgt unter anderem für die Einleitung des Schlafes. Es wurde in diesem Zusammenhang bereits gezeigt, dass Personen, die an einer Bipolaren Störung erkrankt sind, unter Lichteinwirkung schneller als gesunde Probanden die Produktion von Melatonin einstellen. Zudem ist bekannt, dass Patienten in Ländern, in denen die jährlichen Schwankungen des Lichtes sehr stark sind, im Durchschnitt in früheren Lebensjahren an einer Bipolaren Störung erkranken.

„In unseren Untersuchungen messen wir den Einfluss von LED-Licht verschiedener Wellenlängen auf die Bildung des körpereigenen Hormons Melatonin sowie auf die Hirnströme“, erläutert Dr. Philipp Ritter, Funktionsoberarzt an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikums Dresden. Die Ergebnisse sollen für ein verbessertes Verständnis der Zusammenhänge zwischen nicht-visueller Lichtrezeption und verändertem Biorhythmus beitragen und somit sowohl der Aufklärung der Krankheitsentstehung einer Bipolaren Störung dienen als auch Hinweise für neue Ansätze in der pharmakologischen und nicht-pharmakologischen Therapie liefern.

Für die geplante Studie werden noch Probanden gesucht. Teilnehmen können Personen mit einer Bipolar I-Störung sowie gesunde Kontrollpersonen. Während der Abende, an denen zwischen 19.00 und 0.00 Uhr die Messung erfolgt, können Probanden ein Hörbuch oder Musik hören. Lediglich zwischen 23.00 und 23.30 Uhr werden Sie aufgefordert, in eine speziell angefertigte Lichtquelle zu schauen.

Die Studie ist Teil des deutschlandweiten Forschungs-Verbundes NiviL (Nicht-visuelle Wirkungen von Licht) mit Partnern in Dresden, Berlin, Tübingen, Erlangen und Köln. Sie wird über drei Jahre vom Ministerium für Bildung und Forschung (BMBF) finanziell unterstützt. Am Standort Dresden wird die Studie an der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie (Direktor Prof. Dr. Dr. Michael Bauer) mit Unterstützung des Elektrotechnischen Institutes der TU Dresden (Prof.
Henry Güldner) durchgeführt.

Interessenten, die an der Studie als Probanden teilnehmen möchten, melden sich bitte telefonisch im Klinischen Studienzentrum unter 0351 / 458 -3595 oder per E-Mail an NiviL@uniklinikum-dresden.de. Teilnehmen können Personen mit einer Bipolar I-Störung im Alter von 18 bis 55 Jahren und gesunde Kontrollpersonen im Alter von 40 bis 55 Jahren. Personen mit einer bekannten Augenerkrankung (z.B. Glaukom oder Linsentrübung) können nicht teilnehmen. Das Tragen einer Brille ist hingegen kein Problem. Die Aufwandsentschädigung beträgt 150 Euro.

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