• Morbus Herzeleid

    Liebeskummer und Schicksalsschläge fühlen sich an können tödlich sein. (Quelle: inkje/photocase.com)

     

Morbus Herzeleid: Das Broken-Heart-Syndrom

Liebeskummer und Schicksalsschläge fühlen sich an, als ob einem jemand das Herz herausreißt. Ein „gebrochenes Herz“ ist nicht nur ein emotionales Problem. Man kann sogar daran sterben.

 

Wenn kaltschweißige Patienten mit Blaulicht, Thoraxschmerz und Dyspnoe in der Notaufnahme eintreffen, liegt die Verdachtsdiagnose Herzinfarkt nahe. Ist zudem das EKG verändert und sind die Herzenzyme positiv, lautet die Devise: Rasch ins Katheterlabor! Hier wird die verschlossene Koronararterie wiedereröffnet. Zuvor appliziert der Kardiologe Kontrastmittel, um die Stenose zu identifizieren. In diesem Moment gibt es bei etwa zwei Prozent aller Infarktverdachtsfälle lange Gesichter - denn weit und breit findet sich kein verstopftes Herzkranzgefäß. Dafür fallen in der Echokardiografie ganz andere Befunde auf: Die linke Herzkammer ist bauchig erweitert, der Ausflusstrakt ist verengt und die Pumpfunktion eingeschränkt.

So eine Konstellation aus Infarktsymptomen, blandem Gefäßstatus und ausgebauchtem Herz ist typisch für die Tako-Tsubo-Kardiomyopathie. Dieser Name geht auf die Erstbeschreiber der Erkrankung zurück, die sich durch die veränderte Herzform an eine japanische Tintenfischfalle („Tako-Tsubo“) erinnert fühlten. Eine weitere Bezeichnung ist „Broken-Heart-Syndrom“. Die meisten Betroffenen berichten nämlich von einem belastenden Ereignis, das den Symptomen unmittelbar vorausging. Dies können Schicksalsschläge sein wie der Tod eines Angehörigen, Liebeskummer, aber auch positive Mitteilungen wie die Nachricht über einen Lottogewinn. Betroffen sind v.a. Frauen jenseits der Wechseljahre. Bei ihnen liegt der Anteil der Tako-Tsubo-Kardiomyopathie bei Symptomen eines akuten Koronarsyndroms bei etwa sieben Prozent. Eine Erklärung ist, dass nach der Menopause der Östrogenspiegel sinkt, was das weibliche Herz möglicherweise anfälliger für Adrenalin & Co macht. Männer leiden seltener am „gebrochenen Herzen“: Nur etwa jeder zehnte Patient ist ein Mann.

 

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Aus der Zeitschrift "via medici 02/2013"