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Konzept eines „Budgetbasierten Entgeltsystems“ vorgelegt

Derzeit wird ein neues Entgeltsystem für die Versorgung von Menschen mit psychischen Erkrankungen im Krankenhaus erarbeitet. Gemeinsam haben jetzt 16 wissenschaftliche Fachgesellschaften und Verbände das sogenannte Budgetbasierte Entgeltsystem als Konzept für eine zukunftsfähige Lösung vorgelegt.

Die Optionsphase des „Pauschalierenden Entgeltsystems Psychiatrie und Psychosomatik“ (PEPP) wurde im vergangenen Jahr um zwei Jahre verlängert. In dieser Zeit will das Bundesministerium für Gesundheit Alternativen und mögliche Ansatzpunkte für eine Weiterentwicklung der Versorgung prüfen. Das PEPP steht dabei sowohl bei Patienten, Ärzten, Pflegekräften und auch Ökonomen seit langem schon in der Kritik: Denn Menschen mit psychischen Erkrankungen brauchen insbesondere Schutz, wenn sie aufgrund einer akuten und schweren Erkrankung auf eine stationäre Behandlung angewiesen sind. „Diese grundlegende normative Aufgabe kann das PEPP-System jedoch nicht leisten, da es einseitig auf Preis und Wettbewerb fokussiert und die Bedürfnisse psychisch erkrankter Menschen zu wenig berücksichtigt“, heißt es in einer Erklärung der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN).

Deshalb hat ein Zusammenschluss von 16 Fachgesellschaften und Verbänden gemeinsam ein Konzept für die Entwicklung und Einführung eines grundsätzlich alle Behandlungssettings und Fachgebiete umfassenden Entgeltsystems erarbeitet und dem Bundesgesundheitsministerium übergeben. Grundlegendes Prinzip des Konzeptes ist die Trennung einer krankenhausindividuellen Budgetfindung auf Basis evidenzbasierter merkmalsbezogener Module einerseits und der Abrechnung in Form von Abschlagszahlungen auf das vereinbarte Budget andererseits. Damit wird die Erfüllung der notwendigen Aufgaben in der psychiatrischen und psychosomatischen Versorgung in den Vordergrund gestellt und nicht die am Preis und Wettbewerb orientierte Einzelleistung.

Das vorgeschlagene neue Entgeltsystem folgt laut DGPPN dem Anspruch, die Behandlung von Menschen mit psychischen Erkrankungen entsprechend ihren besonderen Bedürfnissen zu gewährleisten und gleichzeitig eine sachgerechte und an der Qualität orientierte Weiterentwicklung der psychiatrischen, psychotherapeutischen und psychosomatischen Versorgung zu fördern. Das entspricht den Zielen, die im Krankenhausfinanzierungsgesetz formuliert sind und überführt das aktuell in Entwicklung befindliche PEPP-System in ein leistungsorientiertes transparentes Budgetsystem.

Das Konzept eines Budgetbasierten Entgeltsystems wird im Rahmen des 1. Nationalen Forums für Entgeltsysteme in der Psychiatrie und Psychosomatik (Berlin, 28. und 29. September 2015) in einer Pressekonferenz vorgestellt.

Die 16 wissenschaftlichen Fachgesellschaften und Verbände repräsentieren gemeinsam den gesamten Bereich der Kliniken für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatische Medizin und Psychotherapie sowie der Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie mit über 8000 stationär tätigen Ärzten und über einer Million Behandlungsfälle pro Jahr.

Weiterführende Informationen gibt es auf der Internetseite der DGPPN unter www.dgppn.de unter den Stichworten Presse/Pressemitteilungen/Budgetbasiertes Entgeltsystem. 

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