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Cannabis und Schadensminderung in Deutschland

Aktuelle drogenpolitische Diskussionen über Cannabis drehen sich v. a. darum, wie diese Substanz in Zukunft rechtlich reguliert werden soll. Angesichts des anhaltend weit verbreiteten Konsums und der damit verbundenen Risiken, sollten jedoch mögliche Strategien zur Reduzierung der potenziellen Schäden für Konsumierende und die Gesellschaft bei der Gestaltung einer adäquaten Cannabispolitik berücksichtigt werden.

Cannabis ist die mit Abstand am weitesten verbreitete illegale Droge in Deutschland, wobei ca. 4.5% der erwachsenen Bevölkerung angeben, im letzten Jahr Cannabis konsumiert zu haben. Der Cannabiskonsum ist in der Altersgruppe der 12–17 (7,3%) und 18–25 (16,3%) Jährigen am verbreitetsten. In diesen Altersgruppen befindet sich zudem ein bedeutender Anteil regelmäßig Konsumierender. Über die letzten 15 Jahre unterlagen sowohl die 12-Monats-Prävalenzraten als auch der Anteil regelmäßig Konsumierender unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen ähnlichen Schwankungen. Der Konsum von Cannabis ist sowohl mit vielfältigen Genussaspekten, als auch mit vielen negativen gesundheitlichen Auswirkungen assoziiert. Die negativen gesellschaftlichen Folgen des Cannabiskonsums spiegeln sich u. a. in einer erhöhten Belastung für das Gesundheitssystem und für Angehörige wider und resultieren in einer nicht zu vernachlässigenden gesamtgesellschaftlichen Belastung.

Vor diesem Hintergrund ist zu begrüßen, dass der Umgang mit Cannabis auch in Deutschland verstärkte Beachtung in der politischen und medialen Öffentlichkeit, aber auch in der fachlichen Diskussion findet. Die Diskussion um die bestmögliche rechtliche Regulierung erfährt derzeit vermutlich die meiste Aufmerksamkeit, wobei positive Entwicklungen in anderen Feldern in dieser Diskussion oftmals untergehen. Im Rahmen der öffentlichen Diskussion wird sich wiederholt auf die Konsumprävalenz bezogen, welche neben üblicher Schwankungen  auch durch den rechtlichen Status der Substanz beeinflusst werden kann. Während die Unterbindung des Cannabiskonsums traditionell als Maßstab effektiver Drogenpolitik und Ziel jeglicher Präventionsmaßnahmen ausgegeben wurde, kann nach derzeitigen Erkenntnissen davon ausgegangen werden, dass die vollständige Eliminierung des Konsums kein realistisches Ziel darstellt. Diese Perspektive impliziert aber auch, dass die Risiken und negativen Folgen von Cannabiskonsum für Individuen und die Gesellschaft bestehen bleiben und dementsprechend bedacht werden müssen.

Die vorliegende Arbeit soll daher mittels narrativem Review den gegenwärtigen Forschungsstand zu Cannabis und HR beschreiben und  aufzeigen, in welchem Maß HR Prinzipien in Deutschland bereits umgesetzt sind und wo noch Defizite bestehen. Dafür wird das HR Konzept kurz eingeführt und es werden die negativen Folgen für Konsumierende und die Gesellschaft umrissen.

Lesen Sie den gesamten Beitrag: Cannabis und Schadensminderung in Deutschland

aus der Zeitschrift: Suchttherapie 3/2018

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