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    PET hilft, die richtige Therapie für Patienten die an Depressionen leiden, anzuwenden.

     

Depression: Per PET den Therapieerfolg vorhersagen

Eine PET-Untersuchung kann neueren Befunden zufolge Hinweise darauf geben, auf welche Therapieform Patienten mit Major Depression voraussichtlich gut ansprechen werden.

Bei nur rund 40 Prozent der Patienten mit einer Depression wird mit der Ersttherapie eine Remission erzielt. Es wird deshalb schon länger nach Biomarkern gesucht, mit denen sich im Vorfeld abschätzen lässt, welches Therapieverfahren bei einem individuellen Patienten voraussichtlich erfolgreich sein wird. Nun scheinen die Wissenschaftler fündig geworden zu sein: Eine Untersuchung des Glukosemetabolismus per Positronen-Emissions-Tomographie (PET) kann offenbar vor Behandlungsbeginn bereits Hinweise darauf geben, ob im vorliegenden Fall Medikamente oder eine Psychotherapie einen besseren Therapieerfolg versprechen.

In der Studie von McGrath CL et al. (JAMA Psychiatry 2013; 70 (8): 821-829) wurden 65 Patienten im Alter zwischen 18 und 60 Jahren mit einer bis dato unbehandelten Major Depression nach vorangegangener PET-Untersuchung randomisiert entweder 12 Wochen lang mit Escitalopram oder 16 Wochen lang mittels einer kognitiven Verhaltenstherapie behandelt. In der PET-Untersuchung wurden sechs limbische und kortikale Regionen identifiziert, in denen Zusammenhänge darstellbar waren.

Die robustesten Assoziationen zeigten sich im Bereich des Insellappens: Ein im Vergleich zum gesamten Hirnmetabolismus eingeschränkter Glukoseverbrauch in dieser Hirnregion ist demnach offenbar mit einer besseren Chance auf eine Remission unter der Psychotherapie assoziiert und mit einer geringeren Wahrscheinlichkeit eines guten Ansprechens auf eine antidepressive Medikation. Umgekehrt deutet ein Hypermetabolismus im Insellappen der Studie zufolge auf eine hohe Wahrscheinlichkeit auf eine Remission unter der medikamentösen Behandlung hin und auf geringere Erfolgsaussichten der Psychotherapie.