• Depressionen: Frauen erkranken weit häufiger als Männer

    Frauen erkranken weit häufiger an Depressionen als Männer.

     

Depressionen: Frauen erkranken weit häufiger als Männer

Epidemiologische Studien der vergangenen Jahre haben ergeben, dass die Prävalenz der Depression bei Frauen weitaus höher ist als bei Männern. So zeigte zum Beispiel die GEDA-Studie bei Frauen eine Prävalenz von 8,9 und bei Männern von 5,2 Prozent. Die Gründe für den Unterschied sind komplex und könnten zumindest partiell artefiziell bedingt sein, heißt es in einem aktuellen Newsletter des Robert-Koch-Instituts (RKI).

So kommen zum einen biologische Unterschiede zwischen Frauen und Männern zum Tragen, wobei in erster Linie der Hormonstatus eine Rolle spielen dürfte. Vor allem Hormonschwankungen im Zusammenhang mit reproduktiven körperlichen Vorgängen oder Reaktionen auf bestimmte Hormonspiegel können laut RKI bei Frauen depressive Verstimmtheit im Rahmen des prämenstruellen Syndroms, der postpartalen Depression oder auch Depressionen in der Menopause bedingen.

Allerdings sind die biologischen Unterschiede nicht allein ausschlaggebend, heißt es in der Mitteilung des RKI. Vielmehr scheint es auch eine „künstliche Differenz“ zu geben bedingt durch eine unterschiedliche Beurteilung von Männern und Frauen im Rahmen des diagnostischen Procedere. Ursache hierfür sind stereotype Rollenzuweisungen.

Die Prävalenz der Depression ist davon abgesehen bei Männern wie auch Frauen von vielen Faktoren abhängig: Bei Männern werden Prävalenzunterschiede zwischen den östlichen und westlichen Bundesländern berichtet mit einer Häufigkeit der Depression von 3,3 Prozent in den östlichen und 5,6 Prozent in den westlichen Bundesländern inklusive Berlin. Bei Frauen sind dagegen keine relevanten Unterschiede zwischen neuen und alten Bundesländern zu registrieren, die Prävalenz liegt bei 8,0 Prozent in den östlichen und 9,0 Prozent in den westlichen Ländern.

Auch der soziale Status spielt eine Rolle: Ganz allgemein wird bei Frauen und Männern mit niedrigem Sozialstatus häufiger eine Depression diagnostiziert als bei gutsituierten Personen. Bei Frauen mit niedrigem Sozialstatus beträgt den Erhebungen zufolge die Häufigkeit der Depression 11,7 Prozent und bei Frauen mit hohem Status 6,9 Prozent. Bei Männern liegen die Prävalenzen entsprechend bei 8,7 und 3,4 Prozent.

Ein Zusammenhang zeigt sich wie zu erwarten auch zum Erwerbsstatus: Arbeitslose Frauen und Männer leiden häufiger als Erwerbstätige unter Depressionen. So geben 11,0 Prozent der arbeitslosen oder nicht erwerbstätigen Männer eine diagnostizierte Depression an gegenüber nur 3,6 Prozent der Vollzeiterwerbstätigen. Bei den Frauen besteht ebenfalls ein entsprechender Unterschied mit einer Prävalenz von 12,0 Prozent bei arbeitslosen und 6,9 Prozent bei erwerbstätigen Frauen.

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