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Mehr Dopamin im Gehirn bei Alkohol-Abstinenzphasen

Alkoholiker weisen erhöhte Konzentrationen an Dopamin im Gehirn auf, wenn sie längere Zeit auf Alkohol verzichten. Das zeigt eine aktuelle Studie der Suchtforscher am Institut für Psychopharmakologie und an der Klinik für Abhängiges Verhalten und Suchtmedizin des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit in Mannheim.

Beim Alkoholismus wechseln häufig Perioden der Trunkenheit mit Abstinenzphasen, in denen die Betroffenen versuchen, auf Alkohol zu verzichten. Am Ende dieser Phasen steht oft der Rückfall, wodurch die Sucht vertieft wird. Während dieser Zyklen finden zudem Veränderungen im Gehirn statt. Eine zentrale Rolle spielt dabei der Neurotransmitter Dopamin, der die Signalübertragung in Belohnungszentren im Gehirn vermittelt, berichten Professor Dr. Rainer Spanagel und Professor Dr. Falk Kiefer.

Entwickelt sich ein gelegentlicher Alkoholkonsum zu einer Sucht, so verändern sich nach Angaben der Forscher die Bindungsstellen für Dopamin, über die der Botenstoff seine Wirkungen vermittelt. Diese Veränderungen untersuchten Dr. Natalie Hirth und ihre Kollegen, indem sie Gehirnproben von verstorbenen Alkoholikern mit denen von Menschen verglichen, die in ihrem Leben wenig oder gar keinen Alkohol getrunken hatten. Dabei fanden die Wissenschaftler Hinweise auf deutlich erhöhte Dopamin-Spiegel in bestimmten, für die Verhaltenskontrolle wichtigen Bereichen des Gehirns der Alkoholsüchtigen.

Durch ergänzende Versuche an alkoholabhängigen Ratten konnten die Forscher die Humanstudien bestätigen und weitere detaillierte Erkenntnisse gewinnen. Es zeigte sich, dass die Dopamin- Mengen beim akuten Entzug stark vermindert sind. Wenn jedoch die Tiere über einen längeren Zeitraum keinen Alkohol erhielten, stiegen die Dopamin- Werte deutlich über das Normalniveau hinaus an. Dies hatte unter anderem den Effekt, dass die Tiere hyperaktiv wurden.

Aufgrund ihrer Ergebnisse glauben Natalie Hirth und Kollegen, dass Dopamin beim akuten Alkoholentzug verringert ist und dann stark ansteigt, wenn die Alkoholiker die Abstinenz länger durchhalten. „Diese Erkenntnisse könnten sowohl den initial verminderten Antrieb und die gesenkte Stimmungslage im frühen Entzug erklären als auch die später häufig bei Suchtpatienten auftretenden Symptome von Rastlosigkeit und gestörter Impulskontrolle“, ergänzt Professor Kiefer, Direktor der Klinik für Abhängiges Verhalten und Suchtmedizin am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit. Auf diese Befunde aufbauend können nach seinen Angaben nun Verhaltensexperimente erarbeitet werden, um den Zusammenhang zwischen erhöhtem Dopamin und dem Rückfall in die Alkoholsucht besser zu verstehen. Damit können möglicherweise Strategien entwickelt werden, die den Rückfall verhindern.

 

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