• Essstörung

    Essstörungen sind meist mit dem Gefühl der eigenen Unzulänglichkeit und der Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper assoziiert.

     

Essstörungen: Aufklärung intensivieren

Obwohl die Anorexia nervosa wie auch die Bulimie oft chronisch und potenziell lebensbedrohlich verlaufen, wird in der Öffentlichkeit weiterhin häufig ein ungesundes und unerreichbares Körperbild propagiert. Die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) fordert deshalb einen verantwortungsvolleren Umgang mit dem Thema Essstörungen.

Kennzeichnend für eine Essstörung ist laut DGPPN, dass Nahrung, Essen oder Hungern das Leben der Betroffenen bestimmen. In vielen Fällen ist eine Körperbildstörung ein zentrales Symptom der Erkrankung – insbesondere bei der Magersucht und der Bulimie. Das Krankheitsbild tritt bei Mädchen respektive Frauen um ein Vielfaches häufiger auf als bei Jungen und Männern, wobei die Anorexie unter allen psychischen Erkrankungen diejenige mit der höchsten Mortalität ist.


Welche hohe Bedeutung die Medien für die Entwicklung von Essstörungen haben, zeigt nach Angaben der DGPPN eine Studie des Internationalen Zentralinstituts für das Jugend- und Bildungsfernsehen. Demnach geben nahezu ein Drittel der 241 befragten Personen mit aktuell manifester Essstörung an, dass die Fernsehsendung „Germany´s Next Top Model“ einen starken Einfluss auf ihre eigene Essstörung hatte. „Diese Daten sind alarmierend. Die Sendeformate propagieren ein Schönheitsideal, das wir als wissenschaftliche Fachgesellschaft sehr kritisch sehen. Die gezeigten Körper spiegeln nicht die Realität wider. Gerade Jugendliche, die sich noch in der Pubertät befinden, können dadurch stark verunsichert werden“, erklärt DGPPN-Präsidentin Dr. Iris Hauth.


Denn Essstörungen und insbesondere die Magersucht sind bei den Betroffenen meist mit dem Gefühl der eigenen Unzulänglichkeit und insbesondere der Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper assoziiert. Die Folge sind ausgeprägte negative Gefühle und häufig auch Depressivität. Die Konfrontation mit einem „perfekten“ weiblichen Körper in den Medien und der Werbung kann diese Unzufriedenheit und die damit verbundenen negativen Gefühle verstärken. Der ständige Vergleich mit einem Schlankheitsideal, dem in der Realität nur sehr wenige Frauen entsprechen, kann der Auslöser für eine Diät sein, was wiederum ein sehr häufiger Einstieg in eine Essstörung ist.


Die DGPPN fordert deshalb eine konsequente Aufklärung über Essstörungen und einen verantwortungsvolleren Umgang mit dem in der Öffentlichkeit gezeigten Körperideal. „Um insbesondere junge Menschen zu schützen, braucht es dringend mehr Vielfalt in den medialen Bilderwelten. Gleichzeitig müssen wir noch breiter und intensiver über die Gefahren von Essstörungen aufklären“, betont Dr. Hauth.

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