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Genetische Grundlagen der Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS)

Bei einer posttraumatischen Belastungsstörung liegt die Vermutung nahe, dass biologische Korrelate wie genetische und epigenetische Einflüsse als Risikofaktoren für die Entwicklung einer PTBS eine Rolle spielen können. Im vorliegenden Übersichtsartikel soll der aktuelle Erkenntnisstand der genetischen Forschung bei PTBS vorgestellt werden

Die Geschichte der Psychotraumatologie ist relativ jung. Das Fachgebiet erlangte v. a. durch die psychischen Folgen der Kriegsheimkehrer aus dem Vietnamkrieg in der US-amerikanischen Öffentlichkeit breite Beachtung. Zeitgleich wurden die massiven psychischen Folgen von häuslicher Gewalt und innerfamiliärer Misshandlung in der Kindheit deutlich, sodass die Diagnose der Posttraumatischen Belastungsstörung 1980 Eingang in das DSM III fand. Traurige Aktualität erfährt die Psychotraumatologie heute durch die hohe Zahl traumatisierter Flüchtlinge aus Kriegsgebieten sowie durch die Opfer und Zeugen der jüngsten Terroranschläge. Abgesehen von den genannten Risikogruppen zeigen Studien hohe Lebenszeitprävalenzen für traumatische Erlebnisse (siehe z. B. Übersichtsarbeit über mehrere Prävalenzstudien, die eine Prävalenzrate für Traumata von 39 –81% angegeben). Während in einer amerikanischen epidemiologischen Studie 60,7% der Männer und 51,2% der Frauen über ein traumatisches Lebensereignis berichteten werden im deutschsprachigen Raum oft geringere Lebenszeitprävalenzen für Traumata von 8,5% beschrieben. Trotz dieser hohen Wahrscheinlichkeit einmal im Leben ein Trauma zu erleben liegt die Lebenszeitprävalenz für die Entwicklung einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) nur bei 7,8% in den USA und bei 1,5 –2% in Deutschland.

Bei der PTBS handelt es sich um eine Störung, die nach außergewöhnlich bedrohlichen Situationen (Traumata) auftreten kann und sich durch eine hohe Komorbidität auszeichnet. Das Vorliegen eines solchen Traumas wird nach dem Diagnostischen und Statistischen Manual psychischer Störungen 5 (DSM 5) als zwingend notwendig für eine Diagnose der PTBS angesehen (Traumakriterium A) und beinhaltet die selbst erlebte oder die Zeugenschaft der „Konfrontation mit tatsächlichem oder drohendem Tod, ernsthafter Verletzung oder sexueller Gewalt“. Zu den Diagnosekriterien nach DSM 5 zählen das ständige Wiedererleben des traumatischen Ereignisses (Flashbacks, Albträume, Intrusionen), die Vermeidung von Trauma-bezogenen Stimuli, Übererregung und eine negative Veränderung in Kognition und Stimmung. Zusätzlich muss das Störungsbild länger als einen Monat vorliegen.

Als Risikofaktoren für die Entwicklung einer PTBS wurden v. a. die Art (intentional/ non intentional) und Schwere des Traumas, geringe soziale Unterstützung, Misshandlungen in der Kindheit, aversive Lebensereignisse und Vortraumatisierung beschrieben. Weitere Risikofaktoren sind demographische Variablen wie Alter zum Zeitpunkt der Traumatisierung, weibliches Geschlecht, und fehlende Partnerschaft sowie psychiatrische Vorerkrankungen und familiäre psychiatrische Erkrankungen.

Nachdem jedoch eine hohe interindividuelle Variabilität bezüglich des PTBS Risikos bei Personen mit dem gleichen traumatischen Erlebnis gefunden wurde, liegt die Vermutung nahe, dass biologische Korrelate, insbesondere genetische und epigenetische Einflüsse aber auch hirnstrukturelle und -funktionelle Veränderungen und Veränderungen in der Stressantwort als Risikofaktoren für die Entwicklung einer PTBS eine Rolle spielen können.

 

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Aus der Zeitschrift PPmP - Psychotherapie · Psychosomatik · Medizinische Psychologie

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