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    Das „Hamburger Modell“ bezeichnet ein Integriertes Versorgungsmodell (IV-Modell) für schwer erkrankte Psychose-Patienten.

     

Home Treatment – aufsuchende Behandlung im Hamburger Modell der Integrierten Versorgung

Zusammenfassung

Aufsuchende Behandlungsformen, wie das „Crisis Resolution and Home Treatment (CRHT)“ oder „Assertive Community Treatment“ (ACT), haben sich als effektive und die Behandlungsqualität verbessernde Modelle zur Behandlung von Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen erwiesen. In Deutschland sind diese noch wenig implementiert, als Bestandteil einer sektorenübergreifenden Integrierten Versorgung jedoch vereinzelt vorhanden. Anhand des Hamburger Modells wird dargestellt, wie die Umsetzung einer solchen Behandlung durch ein ACT-Team als Teil der Integrierten Versorgung (IV) aussehen kann und anhand der Ergebnisse des 3-Jahres-Verlaufs diskutiert. Das Hamburger Modell bezeichnet ein IV-Modell für schwer erkrankte Psychose-Patienten. Das Modell wird seit 2007 als Managed Care „Capitation-Modell“ über den §140 SGB V als Jahrespauschale von verschiedenen Krankenkassen finanziert und kontinuierlich bezüglich der Effektivität und Effizienz untersucht. In Vorstudien zu diesem Modell zeigte sich bereits bei Kostenneutralität im Vergleich zur Standardbehandlung eine niedrige Gesamtbehandlungsabbruchrate sowie signifikante Verbesserungen hinsichtlich Psychopathologie, Funktionsstatus, Lebensqualität, Therapieadhärenz und Behandlungszufriedenheit. Auch die Rate von Zwangseinweisungen verringerte sich signifikant auf 10% im Vergleich zu den Vorjahren. 2011 wurde das Modell im Rahmen einer vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Studie (Integrated Care in Early Psychosis, ICEP-Studie) auf die Indikation „ersterkrankte Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 12 bis 29 Jahren“ spezifiziert. Diesbezüglich wurde ein fachübergreifendes Team implementiert. Dieses Projekt wird seit 2012 von den beteiligten Krankenkassen gemäß einer Erweiterung des §140 SGB V finanziert.

 

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Aus der Zeitschrift PPmP - Psychotherapie • Psychosomatik • Medizinische Psychologie 3-4/2015

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