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    Insomnien können ein Symptom psychiatrischer Erkrankungen sein. (Foto: © Dan Race - Fotolia.com)

     

Insomnie kann Vorläufer der Depression sein

Insomnien können nicht nur ein Symptom psychiatrischer Erkrankungen sein, sondern auch ein Prädiktor für das Auftreten einer psychischen Erkrankung. Darauf hat Professor Dr. Dieter Riemann von der Universitätsklinik Freiburg bei der 22. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin e.V. in Köln hingewiesen.

Es ist laut Riemann ferner bekannt, dass Insomnien oft persistieren, wenn die psychische Erkrankung als Folge der Behandlung abgeklungen ist. In einer eigenen Meta-Analyse konnte die Arbeitsgruppe um den Diplom-Psychologen belegen, dass Schlafstörungen ein Vorläufer und Prädiktor für das spätere Auftreten affektiver Störungen sein können. Besonders eng ist der Zusammenhang offenbar bei der Depression. So ist bei Personen mit Insomnie das Depressionsrisiko etwa doppelt so hoch wie bei Menschen mit normalem Schlafverhalten. Es ist damit, so Riemann, davon auszugehen, dass Schlafprobleme im Sinne einer Insomnie psychischen Erkrankungen lange vorausgehen können und das Risiko für psychische Erkrankungen generell erhöhen. Möglicherweise kann Schlaflosigkeit somit auch als ein erstes Warnzeichen im Hinblick auf ein sich erhöhendes Risiko für psychische Störungen angesehen werden.

Offen aber ist nach Riemann die Frage, ob eventuell eine frühe und adäquate Behandlung der Insomnie dem Auftreten von psychischen Erkrankungen und speziell Depressionen vorbeugen kann.

Der Psychologe forderte in Köln eine intensivere wissenschaftliche und klinische Erforschung des Zusammenhangs und dessen Ursachen. Die Freiburger Arbeitsgruppe beschäftigt sich dabei nach seiner Darlegung vor allem mit dem sogenannten Hyperarousal-Modell der Insomnie. Dieses geht davon aus, dass bei Menschen mit chronischer Insomnie eine Imbalance von schlafinduzierenden und wachheitsfördernden Hirnregionen vorliegt.

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