• Die Arbeit hat großen Einfluss auf unser psychisches Wohlbefinden.

    Mit rund 40 Prozent sind psychische Erkrankungen die Hauptursache für Frühberentungen.

     

Neues Kompetenzzentrum zur Prävention psychischer Erkrankungen am Arbeitsplatz

Programme zur Prävention psychischer Erkrankungen durch Belastungen am Arbeitsplatz zu entwickeln, ist Ziel des neu etablierten Kompetenzzentrums „Prävention psychischer und psychosomatischer Störungen in der Arbeits- und Ausbildungswelt (PPAA)“.

Psychische Erkrankungen sind immer häufiger für Arbeitsunfähigkeit, für Schulprobleme und Studienabbruch verantwortlich. Mit rund 40 Prozent sind sie außerdem die Hauptursache für Frühberentungen. "Psychische Erkrankungen entwickeln sich über eine längere Zeit. Dadurch gibt es ein ausreichendes Fenster, um präventiv entgegenzuwirken“, erklärte Professor Dr. Wolfgang Herzog, Ärztlicher Direktor der Klinik für Allgemeine Innere Medizin und Psychosomatik und Direktor des Heidelberger Zentrums für Psychosoziale Medizin bei der Vorstellung des PPAA. Herzog wird das Kompetenzzentrum zusammen mit Professor Dr. Sabine Herpertz, Ärztliche Direktorin der Klinik für Allgemeine Psychiatrie des Universitätsklinikums Heidelberg, leiten. Gefördert wird das neue Kompetenzzentrum, an dem alle fünf Medizinischen Fakultäten in Baden-Württemberg (Heidelberg, Freiburg, Tübingen Ulm, Mannheim) beteiligt sind, vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst mit rund 700.000 Euro.

 

Ziel des PPAA ist dabei die Entwicklung von Programmen zur Vermeidung und zum Umgang mit Stress und Belastungen. Denn: "Wie wir am Arbeitsplatz, beim Studium und in der Schule die Entstehung von psychischen und psychosomatischen Erkrankungen verhindern können, ist bislang noch nicht ausreichend erforscht. Mit der Förderung des Kompetenzzentrums wollen wir dazu einen wichtigen Beitrag leisten", so Wissenschaftsministerin Theresia Bauer. "Die Kooperation der fünf Medizinischen Fakultäten in Baden-Württemberg sorgt dafür, dass wir ein breites Spektrum an Themen abdecken können und alle Beteiligten unmittelbar die gewonnenen Erkenntnisse umsetzen können."

 

Mit der Förderung des Kompetenzzentrums soll eine Struktur für Baden-Württemberg geschaffen werden, die das Thema Prävention an den Medizinischen Fakultäten dauerhaft etabliert und „den Stellenwert verschafft, der der Prävention psychischer Erkrankungen angesichts der besorgniserregenden gesellschaftlichen Entwicklungen zukommt“.

 

Im PPAA werden in den kommenden zwei Jahren Psychiater, Psychosomatiker, Kinder- und Jugendpsychiater mit Arbeits- und Sozialmedizinern sowie Gesundheitsökonomen aller fünf Medizinischen Fakultäten Baden-Württembergs unter Leitung des Heidelberger Zentrums für Psychosoziale Medizin zusammenarbeiten. Es werden dabei drei Hauptziele verfolgt:

  • Angehörige von Gesundheitsberufen und Führungskräfte in der Ausbildungs- und Arbeitswelt durch Aus- bzw. Fortbildungsmaßnahmen zu befähigen, ein auf Alter und Arbeitsplatzsituation abgestimmtes Präventionsprogramm zur Verhinderung psychischer und psychosomatischer Erkrankungen anzubieten.
  • Präventionsmaßnahmen zu entwickeln, in die breite Anwendung zu bringen und ihre Wirksamkeit zu überprüfen.
  • Geeignete Präventionsprogramme für Menschen mit schweren psychischen und psychosomatischen Erkrankungen zu schaffen, die einen Rückfall verhindern.

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