• Panik- und Angststörungen

     

Kurzprogramm gegen Panik- und Angststörungen für Hausärzte

Ein neues Kurzprogramm verbessert die Behandlung von Patienten mit Panik- und Angststörungen durch Hausärzte. Dies ist das Ergebnis der „Paradies-Studie“ mit dem Motto: „… der Angst entgegen, freier leben“.

An dem Projekt des Institutes für Allgemeinmedizin des Universitätsklinikums Jena (UKJ) nahmen 419 Patienten aus 73 Hausarztpraxen teil. Professor Dr. Jochen Gensichen, Direktor des UKJ erläutert den Hintergrund: „Fast zehn Millionen Deutsche leiden an Panik- und Angststörungen. Für die meisten bleibt der Hausarzt der einzige Behandler. Wir wollten die Hausärzte dabei unterstützen, den Patienten eine gute Versorgung bieten zu können.“ Die 2012 gestartete und jetzt abgeschlossene wissenschaftliche Studie wurde durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.

In Zusammenarbeit mit den Kollegen um Prof. Dr. Jürgen Margraf der Ruhr-Universität Bochum entwickelten die Jenaer Allgemeinmediziner ein verhaltenstherapeutisches Kurzprogramm. Dabei führt der Hausarzt den Patienten während vier Sitzungen schrittweise in die therapeutischen Expositionsübungen ein. Die medizinische Fachangestellte der Hausarztpraxis unterstützt in regelmäßigen Telefonaten den Patienten bei seinen speziellen Übungen. Dazu wurden Hausärzte und ihre Angestellte vorher besonders geschult.

Das Ergebnis: Die mit diesem Programm behandelten Patienten waren zwölf Monate nach dessen Abschluss weniger ängstlich (Effektstärke ES =0,37), weniger depressiv und mit der ambulanten Behandlung zufriedener als diejenigen, die nicht am Programm teilgenommen hatten. Gensichen hält fest: „Es liegt nun ein wissenschaftlich geprüftes, sicheres und wirkungsvolles Vorgehen für die Behandlung der Panik- und Angststörung in Hausarztpraxen vor.“

Auch aus ökonomischer Sicht überzeugt seinen Angaben zufolge das neue Übungsprogramm: In der von Gesundheitsökonomen des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf begleitend durchgeführten Kosten-Nutzen-Bewertung zeigte sich für das Übungsprogramm ein „günstiges Kosten-Nutzen-Verhältnis“.

Dr. Iris Hauth, Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN), zeigt sich erfreut über diese Ergebnisse: „Hausärzte könnten nun sehr früh starten und die Patienten im Bedarfsfall dann gezielter überweisen. Das stärkt auch die gute Zusammenarbeit zwischen Hausärzten und den weiterbehandelnden Fachärzten zum Wohle der gemeinsamen Patienten.“

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