• Zwangsstörung

     

Metakognitive Therapie bei Zwangsstörungen

Bei der metakognitiven Therapie handelt es sich um einen neuen Therapieansatz bei Zwangsstörungen. Das Verfahren wird derzeit in Studien im Vergleich zur Konfrontationstherapie untersucht.

Zwangsstörungen gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen im Erwachsenenalter. Bisher wird sie meist mit einer kognitiven Verhaltenstherapie behandelt - einer effektiven
Behandlungsmethode, von der aber nicht alle Patienten profitieren. An den Psychologischen Instituten der Universität Leipzig und der Philipps-Universität Marburg wird deshalb zurzeit die sogenannte metakognitive Therapie als neuer Behandlungsansatz erprobt. Schwerpunkt des Ansatzes ist dabei die Veränderung krankheitstypischer Annahmen und Verhaltensweisen.

Auf ausgedehnte Konfrontationen mit zwangsauslösenden Situationen wie in der kognitiven Verhaltenstherapie wird in diesem Therapieansatz ausdrücklich verzichtet. In einer ersten Untersuchung der Wissenschaftler konnten für die metakognitive Therapie von Zwangskranken beachtliche Therapierfolge nach nur kurzer Therapiedauer erzielt werden: „Unsere Ergebnisse sprechen für eine vergleichbare, gute Wirksamkeit beider Therapieformen - die metakognitive Therapie war in der Pilotstudie genauso erfolgreich wie die klassische Konfrontationstherapie und brauchte dafür weniger Therapiezeit. Als alternativer oder ergänzender Behandlungsansatz für Zwangserkrankungen erscheint die Methodik daher vielversprechend, muss aber noch weiter untersucht werden", erläutert die Psychotherapeutin Professor Dr. Cornelia Exner von der Universität Leipzig.

Derzeit läuft deshalb im Rahmen eines von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Projektes eine Behandlungsstudie, bei der beide Therapieansätze in ihrer Wirksamkeit näher untersucht werden. Dadurch sollen sowohl bewährte als auch neue Therapieverfahren zur Behandlung der Zwangserkrankung optimiert werden. Nach einer ausführlichen Diagnostik haben Patienten mit einer Zwangserkrankung die Möglichkeit, zwölf Therapiesitzungen in Anspruch zu nehmen. Im Anschluss daran werden die Therapieerfolge erfasst. Sollte weiterhin Therapiebedarf bestehen, kann die Behandlung in der Hochschulambulanz weitergeführt werden.

An der Universität Leipzig wird die Studie, für die derzeit noch Teilnehmer gesucht werden, von Professor Exner geleitet. Ansprechpartnerin für den Standort Leipzig ist Dr. Alexandra Kleiman, E-Mail: alexandra.kleiman@uni-leipzig.de, Tel: 0341-97-39567.

 

Thieme Newsletter

Buchtipps

Psychotherapie im Dialog - Zwangsstörungen
Maria Borcsa, Michael BrodaPsychotherapie im Dialog - Zwangsstörungen

EUR [D] 39,00Zum Warenkorb hinzufügenInkl. gesetzl. MwSt.

Notfallpsychiatrie und psychotherapeutische Krisenintervention
Wolfgang Jordan, Arndt Heinemann, Alexandra MarxNotfallpsychiatrie und psychotherapeutische Krisenintervention

EUR [D] 19,99Zum Warenkorb hinzufügenInkl. gesetzl. MwSt.