• Depressive Frau

    Die Anzahl der Arbeitsunfähigkeitstage steigt aufgrund von Depression.

     

Nehmen Depressionen zu?

Auf eine Zunahme der Häufigkeit von Depressionen deuten die Daten der Krankenkassen, die eine Steigerung der Arbeitsunfähigkeitstage aufgrund von Depression ausweisen, und auch die Statistiken der Rentenversicherungsträger hin. Dies aber steht nicht im Einklang mit den epidemiologischen Daten, so Professor Dr. Ulrich Hegerl, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Deutsche Depressionshilfe beim 2. Deutschen Patientenkongress der Organisation in Leipzig.

 

Die vermeintliche Zunahme der Inzidenz und Prävalenz dürfte nach Hegerl andere Gründe haben. So ist denkbar, dass mehr Erkrankte professionelle Hilfe nachfragen. Möglich ist außerdem, dass Depressionen ärztlicherseits häufiger erkannt und behandelt werden. Wahrscheinlicher noch dürfte es laut Hegerl sein, dass Depressionen endlich als solche bezeichnet und nicht „als weniger negativ besetzten Ausweichdiagnosen wie etwa chronischer Rückenschmerz, Tinnitus oder Fibromyalgie“ verschleiert werden. Hierfür spricht auch der deutliche Rückgang der Suizidrate in Deutschland von jährlich etwa 18.000 Anfang der 80er Jahre auf derzeit zirka 10.000 Fälle.