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    Mit einem neuen Forschungsnetz stärkt das BM für Bildung und Forschung (BMBF) die Erforschung psychischer Erkrankungen.

     

Neues Forschungsnetz für psychische Erkrankungen

Mit einem neuen Forschungsnetz stärkt das BM für Bildung und Forschung (BMBF) die Erforschung psychischer Erkrankungen. Bis 2018 sollen 35 Millionen Euro in das Projekt fließen.

Dem Forschungsnetz werden neun Verbundprojekte angehören, die von sieben universitären Standorten in Deutschland koordiniert werden. Ausdrücklich begrüßt wird das Projekt von der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN): „Psychisch erkrankte Menschen sind darauf angewiesen, dass wir ihre Erkrankungen noch besser verstehen. Es ist unbedingt erforderlich, dass wir für sie neue Therapieverfahren und Wirkstoffe erforschen“, erklärte DGPPN-Vorstandsmitglied Professor Andreas Meyer-Lindenberg, der das Forschungsnetz zusammen mit Ministerin Professor Johanna Wanka und der Vorstandsvorsitzenden des GKV-Spitzenverbandes Dr. Doris Pfeiffer der Öffentlichkeit vorgestellt hat.

 

Aus Sicht der Fachgesellschaft müssen die Bestrebungen allerdings auch in der Zukunft fortgesetzt werden. „Die zunehmende Bedeutung psychischer Erkrankungen erfordert die Bündelung der verfügbaren Kräfte in Gesundheitsforschungszentren, wie sie die Bundesregierung für die somatischen „Volkskrankheiten“ längst ins Leben gerufen hat. Die Forschungsförderung des Bundes sollte deshalb in eine nachhaltige strukturelle Förderung in einem Deutschen Zentrum für psychische und psychosomatische Erkrankungen (DZP) münden“, so DGPPN-Präsident Professor Wolfgang Maier.

 

Das 2012 vom BMBF ausgeschriebene „Forschungsnetz zu psychischen Erkrankungen“ hat die Entwicklung von diagnostischen, therapeutischen und präventiven Konzepten auf Basis von aktuellem Wissen über die Krankheitsentstehung und deren Mechanismen zum Inhalt. Neue oder bislang nicht ausreichend validierte Ansätze sollen auf ihre Wirksamkeit hin untersucht werden und deren Erprobung in der Praxis für eine hohe Versorgungsrelevanz sorgen. Insgesamt 30 Forschungseinrichtungen aus ganz Deutschland werden dabei zusammenarbeiten. Folgende Schwerpunkte und universitäre Standorte wurden festgelegt:

 

  • Schizophrenie, Prof. Andreas Meyer-Lindenberg, ZI Mannheim
  • Depression, Prof. Rainer Rupprecht, Universität Regensburg
  • Bipolare Störungen, Prof. Michael Bauer, TU Dresden
  • Angsterkrankungen, Prof. Hans-Ulrich Wittchen, TU Dresden
  • Suchterkrankungen, Prof. Andreas Heinz, Charité, HU Berlin
  • ADHS, Prof. Tobias Banaschewski, ZI Mannheim
  • Autismusstörungen, PD Dr. Inge Kamp-Becker, Universität Marburg
  • Psychotische Störungen, Prof. Frank Schneider, RWTH Aachen
  • Krankheitsübergreifende Therapien, PD Dr. Frank Padberg, LMU München