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    Bei an Computer-Spielsucht Leidenden ist die Entscheidungsfindung deutlich impulsiver als bei gesunden Menschen.

     

PC-Spielsucht durch gestörte Impulskontrolle

Die Computer-Spielsucht ist eng assoziiert mit einer gestörten Impulsivität bei der Lösung von Aufgaben. Dieses Ergebnis einer britischen Studie könnte neue therapeutische Ansätze ermöglichen.

Die Hintergründe der Computerspielsucht werden nach Irvine MA et al. (Plos One 2013; 8 (10) e75914) bislang nur unzureichend verstanden. Da Suchterkrankungen in aller Regel mit einer gestörten Impulskontrolle assoziiert sind, haben die Wissenschaftler versucht, diese Assoziation systematisch auch bei der PC-Spielsucht zu untersuchen. Dazu wurden 26 gesunde Probanden und 26 Personen mit pathologischem Spielverhalten dem sogenannten Information Sampling Task (IST)-Test unterzogen, mit dem sich die Impulsivität bei der Lösung von Aufgaben (Decisional Impulsivity) analysieren lässt. Mittels des Stop Signal Task (SST)-Tests wurde darüber hinaus die motorische Impulsivität untersucht.

Es zeigte sich in der Erhebung bei Patienten mit Computer-Spielsucht eine deutliche Einschränkung der Entscheidungsfähigkeit im IST-Test mit deutlich vermehrter impulsiver Entscheidungsfindung gegenüber gesunden Probanden. Ferner wurden Defizite der motorischen Reaktionshemmung im SST-Test bei den spielsüchtigen Studienteilnehmern festgestellt. Die Reaktionen waren durchaus relevant für die „Performance“ bei den Spielen: Die spielsüchtigen Probanden sammelten insgesamt deutlich weniger Punkte als die gesunden Studienteilnehmer, wobei die Anzahl der Fehler mit der Schwere der Spielsucht korrelierte. Die Wissenschaftler erhoffen sich von den Ergebnissen Hinweise für neue Therapieansätze bei der PC-Spielsucht.