• Pharmakotherapie der Schlafstörungen

     

Pharmakotherapie der Schlafstörungen

Störungen von Schlaf und Wachheit sind von hoher klinischer Bedeutung. Als Erkrankungen, die zentrale Bereiche des menschlichen Lebens betreffen, können sie hohen Leidensdruck verursachen und die Lebensqualität deutlich einschränken. Man unterscheidet Schlafstörungen mit organischer Ursache von solchen nicht organischer Genese. Entsprechend unterscheidet sich auch die Therapie; so kann Pharmako- oder aber Verhaltenstherapie indiziert sein.

Sowohl in der allgemein- und fachärztlichen Praxis als auch im Krankenhaus ist die Behandlung von Schlafstörungen oder Müdigkeit eine häufige Herausforderung. Bei den Empfehlungen zur Pharmakotherapie richtet sich die vorliegende Arbeit nach den aktuell verfügbaren Leitlinien. Die S3-Leitlinie „Nicht erholsamer Schlaf/Schlafstörungen“ der Deutschen Gesellschaft für Schlafmedizin (DGSM) von 2009 befindet sich aktuell in Überarbeitung. Die bereits neu erschienenen Kapitel werden in den jeweiligen Abschnitten zitiert (z. B. Insomnie). Ansonsten dienen die Empfehlungen der Leitlinie und neuere Übersichtsarbeiten als Orientierung.

Hintergrundwissen 

Klassifikationssysteme

Zur medizinischen Einordnung von Schlafstörungen stehen verschiedene Klassifikationssysteme zur Verfügung:

  • ICSD: International Classification of Sleep Disorders
  • ICD-10: International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems
  • DSM: Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders

Auch wenn die ICSD, aktuell in der 3. Auflage von 2014 durch die „American Academy of Sleep Medicine“ (AASM) herausgegeben, spezifischer ist, wird im Alltag meist die ICD-10 (deutsch: Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme) der Weltgesundheitsorganisation verwendet. Da diese bereits seit einigen Jahren genutzt wird und zum kommenden Jahr neu erscheinen soll, verweist dieser Beitrag an den relevanten Stellen zusätzlich auf die entsprechenden Diagnosen nach dem DSM der amerikanischen psychiatrischen Gesellschaft (APA). Dieses ist 2014 in der neuesten Auflage 5 auf Deutsch erschienen und weist eine Nähe zur oben genannten ICSD auf.

Aktuell wird erwartet, dass die Neuauflage des ICD-10 relevante Änderungen der amerikanischen Klassifikationssysteme aufnehmen wird. Eine der bedeutendsten Veränderungen ist die Neuorganisation der chronischen Schlafstörung als umfassendere Diagnose („Insomnia Disorder“). Sie kann auch bei Bestehen einer anderen Erkrankung als Komorbidität (nicht wie früher als Symptom) kodiert werden.

Störung des Schlaf-Wach-Rhythmus


Fallbeispiel
Frau P. stellt sich in der hausärztlichen Praxis vor. Seit vielen Jahren leide sie unter chronischen Schlafstörungen. Oft liege sie die ganze Nacht wach und sei tagsüber unkonzentriert und schlecht gelaunt. Der Schlaf sei so schwer gestört, dass sie auch tagsüber nicht schlafen könne, auch wenn sie extra viel Zeit im Bett verbringe. Sie mache sich große Sorgen, dass der fehlende Schlaf schwere gesundheitliche Folgen haben könne.
Wie bei allen Lebewesen folgt die tägliche Schwingung zwischen Phasen mit hoher und niedriger Wachheit bzw. Schlafbereitschaft beim Menschen einer geregelten Rhythmik. Schrittmacherzellen im Nucleus suprachiasmaticus geben als übergeordnete Steuerinstanz zunächst einen etwa 24-h-Rhythmus vor. Dieser kann anschließend im Hypothalamus reguliert werden, um beispielsweise auf das Vorhandensein von Nahrung, sozialer Interaktion oder Gefahr reagieren zu können. Zudem ist es wichtig, dass die Aktivität an den externen Tag-Nacht-Rhythmus der Erde angepasst wird. Hierfür registrieren spezielle retinale Photorezeptoren die Helligkeit. Dieses Signal wird zum einen direkt in den Nucleus suprachiasmaticus weitergeleitet und zum anderen in der Epiphyse in Melatonin umgesetzt und regelt dann als Hormon die Anpassung des Schlaf-Wach-Rhythmus.

Lesen Sie hier den gesamten Beitrag: Pharmakotherapie der Schlafstörungen

Aus der Zeitschrift: PSYCH up2date 03/2018

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