• Psychisch Erkrankte werden häufiger zu Mordopfern

    Gibt es einen Zusammenhang zwischen psychischen Erkrankungen und Mordfällen?

     

Psychisch Erkrankte werden häufiger zu Mordopfern

Psychische Erkrankungen sind etablierte Risikofaktoren für Suizid und Unfalltod. Über den Zusammenhang mit Mordfällen ist jedoch nur wenig bekannt. Crump et al. analysierten nun das Risiko von Menschen mit psychischen Erkrankungen, zu Mordopfern zu werden. In ihrer schwedischen Kohortenstudie konnten sie zeigen, dass die Mortalitätsrate aufgrund von Mord (pro 100 000 Personenjahre) bei Personen mit psychischen Erkrankungen 2,8 betrug, bei der Allgemeinbevölkerung 1,1.

Nach einer Anpassung für soziodemographische Störvariablen war das Ermordungsrisiko für psychisch Erkrankte um das 4,9-Fache (95%-Konfidenzintervall 4,0-6,0) erhöht. Interventionen zur Reduktion von gewaltsamem Tod von Personen mit psychischen Erkrankungen sollten Viktimisierung und Mord zusätzlich zu Suizid und Unfällen einbeziehen, so die Autoren. shv

BMJ 2013; 346: f557

Aus der Zeitschrift DMW Dtsch med Wochenschr 2013; 138(13): 623