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Psychoedukation und Angehörigenarbeit bei Schizophrenie

Als integrativer Baustein in einem multimodalen Behandlungskonzept bietet Psychoedukation eine wichtige psychotherapeutische Intervention bei allen schweren psychischen Erkrankungen. Ziel ist es, ein funktionales Krankheits- und Behandlungskonzept anhand wissenschaftlich fundierten Therapieleitlinien zu vermitteln. Zentrale Elemente sind dabei die interaktive Informationsvermittlung und eine emotionale Entlastung von Patient und Angehörigen.

Historischer Hintergrund

Der im deutschen Sprachgebrauch gelegentlich missverständlich übersetzte Begriff der Psychoedukation – „erziehen“ statt „weiterbilden“ – wurde von Anderson eingeführt im Kontext einer nondirektiv orientierten Aufklärung der Patienten in Verbindung mit Social-Skills-Training, Problemlösetraining und Angehörigenberatung zur Verbesserung der basalen Kommunikationsfertigkeiten. Psychoedukation verstand sich hierbei zunächst als integratives Modul innerhalb eines multimodalen Therapieprogramms. In zahlreichen Untersuchungen konnte bereits schon sehr früh der Vorteil dieser psychoedukativen, familienzentrierten Intervention gegenüber einer Standardbehandlung nachgewiesen werden.

 

Begriffsgeschichte und Terminologie

„E-ducere“ kann interpretiert werden als „Herausführen“ aus dem Informationsdefizit hinsichtlich der eigenen Erkrankung. „Educare“ steht darüber hinaus auch für Bildung; durch diese „psychotherapeutisch fundierte Weiterbildung“ soll die Psychoedukation eine fundamentale Alphabetisierung der Betroffenen und ihrer Angehörigen in Sachen seelischer Erkrankung in die Wege leiten.

Bei aller Wertschätzung und Anerkennung der natürlichen Bewältigungskompetenz vieler Betroffener und auch deren Angehörigen darf nicht übersehen werden, dass die heutigen hochkomplexen Behandlungsverfahren sowohl psychopharmakologischer als auch psychotherapeutisch-psychosozialer Art selbst für erfahrene professionelle Therapeuten nicht immer selbsterklärend nachvollziehbar und verstehbar sind. Und die psychiatrische Terminologie mit dem Versuch, die unterschiedlichen Beschwerden objektiv zu benennen und zu klassifizieren, stellt selbst erfahrene Profis immer wieder vor gewisse Herausforderungen. Auch wenn es sich hierbei gelegentlich um akademische Spitzfindigkeiten handeln mag, die damit konfrontierten Menschen erleben sich hierbei nicht selten als „echte Laien“ mit dem Gefühl, überhaupt nicht mitreden zu können. Während bei einem Teil der Patienten der klare Wunsch nach mehr Information besteht, um wieder mehr Kontrolle über sich, das eigene Erleben und Handeln zu erlangen, fehlt bei einem anderen Teil der Patienten die Krankheitseinsicht oder ist nur partiell vorhanden, was die Akzeptanz der Psychoedukation und die erfolgreiche Integration der Informationen einschränken kann.

Lesen Sie den gesamten Beitrag hier: Psychoedukation und Angehörigenarbeit bei Schizophrenie

Aus der Zeitschrift: PSYCH up2date 02/2020

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