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Psychoreport deckt Versorgungsdefizite auf

Obwohl psychische Erkrankungen zu den häufigsten Ursachen von Krankschreibungen gehören, gibt es noch deutliche Versorgungsengpässe. Das geht aus dem „Psychoreport“ der DAK-Gesundheit hervor.

Den aktuellen Daten zufolge haben psychische Erkrankungen noch nie so viele Fehltage verursacht wie im vergangenen Jahr. Jeder zwanzigste Arbeitnehmer war demnach 2014 aufgrund einer Depression, Angststörung oder einem anderen psychischen Leiden krankgeschrieben. Insgesamt hat sich die Anzahl der Fehltage in den vergangenen 20 Jahren verdreifacht.

„Dies zeigt, dass die Bedeutung psychischer Erkrankungen in Deutschland wächst – auch wenn es nicht mehr psychisch erkrankte Menschen gibt als vor zehn oder zwanzig Jahren. Vielmehr sind die Erkrankungen inzwischen sozial besser akzeptiert und werden besser diagnostiziert“, erklärt dazu Dr. Iris Hauth als Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN). Die Fachgesellschaft fordert vor dem Hintergrund der Ergebnisse des Psychoreports neue Ansätze, um Prävention, Diagnostik und Therapie von psychischen Erkrankungen bundesweit zu verbessern.

„Unser Gesundheitswesen ist auf diese Entwicklung nicht ausreichend vorbereitet, die aktuelle Versorgungslage bereitet uns große Sorgen. Psychisch erkrankte Menschen müssen zum Teil viel zu lange warten, bis sie einen Termin bei einem Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie oder einem ärztlichen oder psychologischen Psychotherapeuten erhalten“, so Hauth. Wie rasch die Betroffenen Hilfe finden, hängt nach ihren Angaben zudem stark von ihrem Wohnort ab. Menschen in großen Städten und im Westen sind gegenüber der ländlichen Bevölkerung im Osten deutlich im Vorteil.

Angesichts der akuten Engpässe in der Versorgung sind aus Sicht der DGPPN weitere Anstrengungen notwendig, um die Versorgung der Patienten zu verbessern. Das Potenzial von gestuften, personenzentrierten und sektorenübergreifenden Versorgungsmodellen, zum Beispiel durch die integrierte Versorgung nach § 140 SGB V, werde bei weitem noch nicht ausgeschöpft.

Eine neue Chance biete zudem der Innovationsfonds, durch den strukturierte, sektorenübergreifende Versorgungsmodelle erprobt werden sollen, heißt es in einer Presseerklärung der Gesellschaft. Gleichzeitig müsse geprüft werden, welche Chancen sich durch neue technische Möglichkeiten wie eine Online-Therapie eröffnen. Die Resultate erster Pilotprojekte sind laut Hauth vielversprechend, doch andererseits sind hierzu auch noch viele Fragen offen.

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