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    E-Zigaretten könnten die Raucherentwöhnung verbessern.

     

Raucherentwöhnung mit E-Zigaretten erfolgreich?

Seit Einführung der E-Zigaretten vor rund 10 Jahren, wurden sie bereits millionenfach verkauft. Mehr als ein Viertel der Konsumenten von E-Zigaretten gibt an, mit ihrer Hilfe mit dem Rauchen aufhören zu wollen. Ob sich diese Methode wirklich dazu eignet, ist immernoch umstritten. Eine neuseeländische Studie ist dieser Frage nun nachgegangen.

Lancet 2013; 382: 1629–1637

 

E-Zigaretten könnten die Raucherentwöhnung verbessern, endgültige Daten liefert die vorgestellte Arbeit jedoch nicht. Zu diesem Ergebnis kommen C. Bullen und Kollegen, die zwischen September 2011 und Juli 2013 insgesamt 657 Personen in ihre prospektive, randomisierte Studie aufgenommen haben. Alle Teilnehmer waren Raucher, die im zurückliegenden Jahr täglich mindestens 10 Zigaretten geraucht hatten und jetzt aufhören wollten zu rauchen. Sie wurden nach dem Zufallsprinzip im Verhältnis 4:4:1 einer von den 3 folgenden Gruppen zugewiesen:

  • E-Zigaretten mit Nikotin (Gebrauch ad libitum, 16 mg Nikotin/Zigarette; n = 289),
  • E-Zigaretten ohne Nikotin (Placebo; n = 73),
  • Nikotinpflaster (eins pro Tag, 21 mg Nikotin/Pflaster; n= 295).

Die Probanden begannen mit der Verwendung der zugewiesenen Maßnahme eine Woche bevor sie mit dem Rauchen aufhören wollten und setzen sie dann für weitere 12 Wochen fort. Zusätzlich konnten sie eine telefonische Hotline zur Unterstüzung bei der Raucherentwöhnung nutzen. Beurteilt wurde die gesicherte Abstinenz (geprüft mittels CO-Messung beim Ausatmen) nach 6 Monaten.

 

Geringere Abstinenzquote als erwartet

Die Auswertung ergab: Rund 7,3 % der Teilnehmer rauchten nicht mehr nach Nikotin-E-Zigaretten, 5,8 % es nach Nikotinpflaster und 4,1 % nach Placebo-E-Zigaretten. Mit diesen Werten lag die erreichte Abstinenzquote deutlich unter der erwarteten, die der Kalkulation zur Stichprobengröße zugrunde lag. Dementsprechend lässt sich aus diesen Daten zwar ein Trend hin zur besseren Entwöhnung mithilfe von E-Nikotin-Zigaretten als von Pflastern oder Placebo erkennen, die statistische Signifikanz wird allerdings verfehlt. Jedoch war die selbst berichtete Abstinenz zu allen Zeitpunkten (1, 3 und 6 Monate nach Rauchstopp) unter den Nikotin-E-Zigaretten höher als unter Pflaster und Placebo.

Unerwünschte Ereignisse zeigten keine Gruppenabhängigkeit, mit 137 Ereignissen unter „echten“ E-Zigaretten, 119 bei Nikotinpflastern und 36 unter Placebo. Insgesamt gab es relativ viele Studienab-brecher, 22 % in der Gesamtkohorte (17 % in der Nikotin-E-Zigaretten-Gruppe, 27 % in der Nikotinpflaster- und 22 % in der Placebo-Gruppe).

 

Fazit

E-Zigaretten sollen dabei helfen mit dem Rauchen aufzuhören. Weitere Studien müssen diesen Zusammenhang aber noch exakter klären. Auf alle Fälle, so die Autoren, scheinen Bedenken im Hinblick auf eine hohe Nebenwirkungsrate durch die E-Zigaretten zumindest über die kurze Dauer von 12 Wochen in diesem Zusammenhang eher unbegründet. Da die E-Zigaretten von Rauchern, nach den Abbruchraten zu urteilen, möglicherweise eher akzeptiert werden als Nikotinpflaster, sollte dieser Ansatz weiter untersucht werden.

Dr. E. Ruchalla

 

Aus der Zeitschrift Suchttherapie 2014; 15(02): 58

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