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Schizophrenie: Cariprazin reduziert Negativsymptome

Etwa 1 Drittel der Patienten mit einer Schizophrenie leiden vorwiegend unter Gefühlsverflachung, Antriebslosigkeit und Sprachverarmung. Der Dopaminrezeptor-Agonist Cariprazin bindet hochselektiv an D3-Rezeptoren, die für die Stimmungsmodulation und das Sozialverhalten bedeutsam sind. Die internationale Studiengruppe verglich den Nutzen des atypischen Neuroleptikums mit Risperidon bei Patienten mit einer vorherrschenden Negativsymptomatik.

Die Wirkmechanismen von Cariprazin sind vielfältig. Die Substanz bindet balanciert an D2- und D3-Dopaminrezeptoren und entfaltet dort eine agonistische Wirkung. An den Serotoninrezeptoren bestehen agonistische (5HT-1A) und antagonistische Effekte (5HT-2A/B). Das Medikament ist in den USA für die Behandlung der Schizophrenie, Manie und bipolaren Störung vom Typ I zugelassen. Im Unterschied zu Positivsymptomen wie Wahn und Halluzinationen waren Minussymptome bislang schlecht behandelbar. In der randomisierten, doppelblinden Phase-3b-Studie erhielten 227 Patienten die Monotherapie mit Cariprazin und 229 Patienten Risperidon. Einschlussvoraussetzungen waren u. a.:

  • Lebensalter 18 – 65 Jahre,
  • Erkrankungsdauer ≥ 2 Jahre,
  • vorherrschende Negativsymptomatik,
  • stabile Krankheitsphase.

 

In den letzten 6 Monaten durften keine akuten Exazerbationen, Krankenhauseinweisungen und Gewahrsam erfolgt sein. Die Ergebnisse im PANSS-FSNS (Positive and Negative Syndrome Scale factor score ≥ 24) oder ein Punktwert > 4 in 2 von 3 Kernbereichen definierte die Dominanz der Negativsymptome. Hauptendpunkt waren die Änderungen im PANSS-FSNS nach 26 Wochen Behandlung in folgenden Bereichen:

  • abgeflachte Affekte/emotionaler Rückzug,
  • Kommunikationsschwierigkeiten,
  • motorische Verlangsamung,
  • sozialer Rückzug

 

Die durchschnittliche Tagesdosis betrug 4,2 mg (Cariprazin) und 3,8 mg (Risperidon). Damit erreichten in beiden Gruppen 95 % die Zieldosis. Die Behandlungsdauer betrug durchschnittlich 182 Tage. Insgesamt 4137 PANSS-Ergebnisse lagen vor.

 

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Aus der Zeitschrift DMW - Deutsche Medizinische Wochenschrift 10/2017

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