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    Gilt der Hippocampus als Speicherort für die Verknüpfung von Sinneseindrücken und damit für das Gedächtnis?

     

Sitzt das Gedächtnis in der Großhirnrinde statt im Hippocampus?

Der Hippocampus gilt allgemein als Speicherort für die Verknüpfung von Sinneseindrücken und damit für das Gedächtnis. Diese Lehrmeinung ist jedoch wahrscheinlich nicht korrekt. Vielmehr scheint die Großhirnrinde Sitz des Gedächtniszentrums zu sein. Darauf weisen tierexperimentelle Befunde von Dr. Mazahir T. Hasan vom Max-Planck-Institut für medizinische Forschung in Heidelberg hin. In Kooperation mit spanischen Wissenschaftlern konnte er anhand von Knock out-Mäusen zeigen, dass das Lernverhalten bei Tiere, die keine NMDA-Rezeptoren in der Großhirnrinde besitzen, gestört ist.

 

Die aktuellen Befunde ergänzen frühere Untersuchungen, in denen gezeigt worden war, dass Mäuse ohne NMDA-Rezeptoren im Hippocampus lernen und Informationen speichern können. „Wir gehen deshalb davon aus, dass der Hippocampus als Entscheidungsinstanz dient und Informationen über die Umwelt an die Großhirnrinde weiterleitet, wo die Sinneseindrücke miteinander verknüpft werden“, erklärt Hasan. Die Gedächtnisinhalte werden nach seiner Meinung dann dauerhaft an verschiedenen Stellen in der Großhirnrinde gespeichert.