• QTc-Monitoring

     

SOP QTc-Monitoring bei Psychopharmakatherapie

Die Verlängerung der ventrikulären Repolarisationsphase am Myokard ist eine häufige Nebenwirkung einer Vielzahl von Psychopharmaka.

Im EKG zeigt sich dann eine Verlängerung des frequenzkorrigierten QT-Intervalls, der QTc-Zeit. Eine solche Verlängerung kann assoziiert sein mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit für das Auftreten lebensbedrohlicher ventrikulärer Tachyarrhythmien, den Torsade-de-pointes-(TdP-)Tachykardien. Klinisch manifestieren sich TdP-Tachykardien durch das Auftreten von Schwindel, Krampfanfällen oder Synkopen bis hin zum plötzlichen Herztod.

Die Wahrscheinlichkeit des Auftretens von TdP-Tachykardien ist häufig assoziiert mit dem Ausmaß der Verlängerung der QTc-Zeit im Ruhe-EKG. Allerdings geht eine Verlängerung der QTc-Zeit nicht zwangsläufig mit einer Erhöhung des TdP-Risikos einher.

Andere Medikamente, aber auch Elektrolytverschiebungen und endokrine Erkrankungen können ebenfalls zu einer Verlängerung der ventrikulären Repolarisationsphase am Myokard führen. Darüber hinaus sind Risikofaktoren bekannt, die das individuelle Risiko der einzelnen Patienten für das Auftreten der schwerwiegenden TdP-Tachykardien erhöhen.

Der Zusammenhang zwischen QT-verlängernden Medikamenten und TdP mit teilweise tödlichem Ausgang ist seit fast einem halben Jahrhundert bekannt. Lange Zeit wurde dies in der klinischen Praxis vernachlässigt. Dass sich dies in den letzten Jahren grundlegend verändert hat, zeigt sich auch in entsprechenden Warnhinweisen in den Fachinformationen. Im Zuge der EU-weiten Harmonisierung von Fachinformationen wurde bei Medikamenten wie Haloperidol und Citalopram die Kombination mit anderen QT-verlängernden Medikamenten als Kontraindikation aufgenommen.

Die vorliegenden Ausführungen sollen behandelnden Ärzten von Patienten mit Psychopharmakatherapie und QTc-Zeitverlängerung eine Hilfestellung bei der Entscheidung über sinnvolle weitere diagnostische und therapeutische Maßnahmen geben, die in der klinischen Praxis anwendbar sind und eine notwendige Psychopharmakatherapie nicht unnötig blockieren.

Bestimmung der QTc-Zeit

Im Ruhe-EKG spiegelt das QT-Intervall die Phase der myokardialen Erregungsausbreitung und -rückbildung wider. Die Messung des QT-Intervalls erfolgt vom Beginn der Q-Zacke bis zum Ende der T-Welle. Da die myokardiale Erregungsrückbildung abhängig von der Herzfrequenz ist, muss eine Frequenzkorrektur erfolgen. Zur Bestimmung des frequenzkorrigierten QT-Intervalls (QTc-Intervall), wird meist die Korrekturformel nach Bazett verwendet: QTc = QT-Dauer/RR-Abstand1/2. Nachteilig ist, dass bei Frequenzen < 60/min oder > 100/min eine Unter- bzw. Überkorrektur erfolgt, die ggf. berücksichtigt werden muss. Für diese Fälle stehen alternative Korrekturformeln zur Verfügung.

Lesen Sie den gesamten Beitrag hier: SOP QTc-Monitoring bei Psychopharmakatherapie

aus der Zeitschrift: Psych up2date 03/2019

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