• Sportliche Aktivität

     

Sportliche Aktivität und psychische Erkrankungen

Aktuelle Studien zeigen überzeugende Effekte sportlicher Aktivität bei Patienten mit psychischen Erkrankungen. Im ambulanten Versorgungskontext gibt es derzeit jedoch kaum sport- und bewegungstherapeutische Ansätze. Der Übersichtsartikel vermittelt Grundlagen zur Wirkung sportlicher Aktivität auf psychische Erkrankungen. Anhand des Gruppenprogramms „ImPuls“ wird eine potenzielle Umsetzung der Erkenntnisse in die ambulante Versorgung dargestellt.

Versorgung von Menschen mit psychischen Erkrankungen

2014 waren in Deutschland etwa 28 % der Bevölkerung von einer psychischen Erkrankung betroffen. Zu den häufigsten Krankheiten zählen Angststörungen (ca. 15 %) und unipolare Depressionen (ca. 8 %). Die gesundheitlichen Beeinträchtigungen durch psychische Erkrankungen stiegen in den letzten Jahren deutlich. Mittlerweile gehören sie gemeinsam mit muskuloskelettalen, Krebs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu den Erkrankungen mit den bedeutsamsten negativen Konsequenzen für die Gesundheit und Lebensqualität. Zudem entstehen erhebliche volkswirtschaftliche Folgen: Seit 2008 haben die Krankheitstage aufgrund psychischer Erkrankungen um 67,5 % zugenommen, sodass 2017 erstmals mehr Arbeitsausfälle aufgrund psychischer Erkrankungen als aufgrund Herz-Kreislauf-Erkrankungen registriert wurden.

 

MERKE

Psychische Erkrankungen führen mittlerweile häufiger als Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu Ausfällen im Berufsleben.

Trotz dieser schwerwiegenden Auswirkungen und der hohen Prävalenz nehmen nur 19 % aller Patienten mit einer psychischen Erkrankung irgendeine Versorgungsleistung in Anspruch; 16 % werden ambulant und 2,3 % stationär versorgt, 3,5 % wenden sich an Beratungszentren und Selbsthilfegruppen. Besonders bedenkenswert ist, dass lediglich 10 % aller Patienten mit psychischen Erkrankungen eine evidenzbasierte Behandlung, also eine leitliniengetreue psychopharmakologische oder psychotherapeutische Behandlung erhalten. Nur 2,5 % aller Patienten nehmen eine Psychotherapie auf und diese müssen oft lange Wartezeiten in Kauf nehmen.

Sportliche Aktivität

 

DEFINITION

Sportliche Aktivität ist eine geplante und regelmäßige ausgeführte Bewegung, die mit körperlicher Fitness assoziiert ist und das Ziel hat, diese oder andere Parameter (z. B. psychologische Parameter) stabil zu halten oder positiv zu beeinflussen.

Bei gesunden Probanden weist körperliche Aktivität diverse positive Effekte auf die psychische Gesundheit auf, beispielsweise auf den Schlaf, die Stressverarbeitung, die Lebensqualität oder den positiven Affekt. In den vergangenen 10 Jahren wurde zudem eine Vielzahl neuer Studien zur Wirksamkeit körperlicher Aktivität bei psychischen Erkrankungen veröffentlicht, die in diesem Artikel ausführlich dargestellt werden.

 

MERKE

Da körperliche Aktivität leicht zugänglich und frei verfügbar ist, bietet sie großes Potenzial, die Schließung der Versorgungslücke psychisch Erkrankter zu unterstützen.

 

Lesen Sie hier den gesamten Beitrag: Sportliche Aktivität und psychische Erkrankungen

Aus der Zeitschrift PSYCH up2date 03/2020

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