•  © Andrey Burmakin - Fotolia.com

    Patienten mit bipolarer Störung leiden neben den episodischen Schwankungen des Antriebs, der Aktivität und der Stimmung oft auch unter kognitiven Defiziten, die zu beruflichen und sozialen Einschränkungen führen können.

     

Studie zu kognitiven Defiziten bei bipolarer Störung

Die Gedächtnisleistung von Patienten mit bipolarer Störung wollen Forscher am Universitätsklinikum Frankfurt untersuchen. Für die Studie werden noch Patienten mit manischer Depression zwischen 18 und 65 Jahren gesucht.

Patienten mit bipolarer Störung leiden neben den episodischen Schwankungen des Antriebs, der Aktivität und der Stimmung oft auch unter kognitiven Defiziten, die zu beruflichen und sozialen Einschränkungen führen können. Wissenschaftler an der Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Universitätsklinikums Frankfurt planen daher eine Studie, mit der die Grundlagen der Erkrankung und speziell auch der kognitiven Veränderungen genauer erforscht werden sollen. Konkret wird geprüft, inwieweit es einen Zusammenhang zwischen der Aktivität bestimmter Hirnareale und der Gedächtnisleistung gibt.

Es soll dabei unter anderem das sogenannte Ruhezustands-Netzwerk des Menschen untersucht werden. Diese Hirnregion ist vor allem dann aktiv, wenn man nichts tut oder „tagträumt“. Sobald das Gedächtnis bemüht wird, um Informationen zu speichern, wird sie deaktiviert. Ist jedoch die Funktionsfähigkeit des Netzwerks gestört, wird das Speichern neuer Informationen beeinträchtigt. Der Frage, ob das Ruhezustands-Netzwerk auch bei Patienten mit bipolarer Störung ausreichend deaktiviert wird, um neue Informationen verarbeiten und speichern zu können, soll in der aktuellen Studie nachgegangen werden.

Für die Verarbeitung neuer Informationen ist aber nicht nur ein deaktiviertes Ruhezustands-Netzwerk, sondern auch ein aktiviertes Arbeitsgedächtnis wichtig. Werden die Informationen nicht rasch aus dem Arbeitsgedächtnis weitergeleitet und dauerhaft gespeichert, gehen sie verloren. Weiterer Untersuchungsgegenstand der Studie ist daher die Frage, ob die Weiterleitung von Informationen aus dem Arbeitsspeicher bei Patienten mit bipolarer Erkrankung adäquat funktioniert. Dazu werden verschiedene Gedächtnisaufgaben mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden durchgeführt.

Die Studie umfasst zwei jeweils 2,5 Stunden dauernde Untersuchungstermine. In der ersten Sitzung wird ein Test mit Verständnis- und Lernübungen durchgeführt, der Aufgaben zur Gedächtnisleistung beinhaltet. In der zweiten Sitzung bearbeiten die Teilnehmer erneut Gedächtnisaufgaben, während parallel ihre Gehirnstruktur und -funktion mit Hilfe der Magnetresonanztomographie (MRT) gemessen werden. Die Ergebnisse der Tests werden ausschließlich in pseudonymisierter Form verarbeitet und in anonymisierter Form veröffentlicht.

Interessenten können sich telefonisch bei Esther Dahle-Lauer unter
069/6301 83780 oder per E-Mail unter: BipolarStudie-UniklinikFFM@web.de Bilder ihres Gehirns.

Titel zum Thema

Psychiatrie und Psychotherapie compact
Siegfried Kasper, Hans-Peter Volz, Bernhard Blanz, John Peter Doerr, Martina de ZwaanPsychiatrie und Psychotherapie compact

Das gesamte Facharztwissen

EUR [D] 44,99Zum Warenkorb hinzufügenInkl. gesetzl. MwSt.