• TelefonSeelsorge

     

TelefonSeelsorge: ihr Angebot, ihre Nutzer und die Anforderungen an die Mitarbeitenden

Jeder Kontakt in der TelefonSeelsorge erhält seine Gestalt durch 3 komplexe Determinanten: die TelefonSeelsorge als Organisation mit ihrem Selbstverständnis, ihrer Struktur und mit den Möglichkeiten und Grenzen des genutzten Mediums (Telefon, Mail, Chat), die Ratsuchende bzw. den Ratsuchenden mit dem aktuellen Thema und Anliegen, mit ihrem bzw.seinem Kommunikationsstil und Erwartungen an die TelefonSeelsorge, und den Seelsorger bzw. die Seelsorgerin mit der ihm bzw. ihr eigenen Persönlichkeit und Identität.

Die Organisation TelefonSeelsorge

Angesichts der hohen Suizidzahlen in Berlin wurde dort 1956 vom Theologen und Psychotherapeuten Klaus Thomas eine ehrenamtlich arbeitende, telefonisch erreichbare „Ärztliche Lebensmüdenbetreuung“ gegründet. Im Jahr drauf entstand in Kassel eine weitere ehrenamtlich arbeitende telefonische Einrichtung der Suizidprävention. Dort wurde der Name „Telefonseelsorge“ geprägt, den alle in Folge gegründeten Stellen übernahmen. Bis 1997 war die Telefonseelsorge ein Verbund voneinander unabhängiger Stellen.

Seit Juli 1997 ist die TelefonSeelsorge über 2 bundesweit einheitliche Freecall-Nummern erreichbar (0800 111 0 111 und 0800 111 0 222 – der TelefonSeelsorge von der Deutschen Telekom unentgeltlich zur Verfügung gestellt), seit 1999 ist die „TelefonSeelsorge“ eine gesetzlich geschützte Wortmarke. Aus einem Verbund von TelefonSeelsorge-Stellen wurde eine hochvernetzte Organisation. Anrufende werden aufgrund ihres Standortes „ihrer“ Stelle bzw. Organisationseinheit (Verbund mehrerer Stellen, der gemeinsam deren Einzugsbereiche versorgt) zugeordnet. Die technische Interdependenz und die Tatsache, dass nun von Nutzern nicht mehr gezielt eine präferierte Stelle, sondern „die TelefonSeelsorge“ in Anspruch genommen wird, führte zu einem hohen Abstimmungs-, Regelungs- und Steuerungsbedarf in der Gesamtorganisation.

Das Selbstverständnis der TelefonSeelsorge ist in ihrem für alle Stellen verbindlichen Organisationshandbuch so formuliert: „Die TelefonSeelsorge bietet Hilfe suchenden Menschen qualifizierte und vertrauliche Seelsorge und Beratung an, vorurteilsfrei und offen. Das Angebot der TelefonseelsorgerInnen besteht im Zuhören und Klären, im Ermutigen und Mittragen, in der Unterstützung bei Entscheidungsfindung und im Hinweis auf spezifische Hilfsangebote. Sie macht Mut zum Leben und stärkt Menschen in ihrem Glauben und Hoffen. Wenn Begegnen, Klären, Halt geben oder Begleiten nicht möglich ist oder wenn Grenzen und Würde der Mitarbeitenden verletzt werden, beendet TelefonSeelsorge den Kontakt.“

Die Offenheit des Angebotes braucht die Begrenzung. Das war in der Realität wohl schon immer so, wurde allerdings erst 2006 zum ersten Mal so in den „Merkmalen qualitätsorientierter TelefonSeelsorge“ formuliert und von dort in das Handbuch übernommen. Neben den persönlichen Grenzen der Mitarbeitenden schützt diese Begrenzung auch das Angebot als solches.

 

Lesen Sie den gesamten Beitrag hier: TelefonSeelsorge: ihr Angebot, ihre Nutzer und die Anforderungen an die Mitarbeitenden

Aus der Zeitschrift PiD - Psychotherapie im Dialog 01/2020

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