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    Nicht alle Menschen entwickeln ein Identitätserleben, das im Einklang mit ihren körperlichen Geschlechtsmerkmalen steht.

     

Transgender, Transsexualität und Geschlechtsdysphorie

Aktuelle Entwicklungen in Diagnostik und Therapie

Einleitung

Nicht alle Menschen entwickeln ein Identitätserleben, das im Einklang mit ihren körperlichen Geschlechtsmerkmalen steht.

Geschlechtsinkongruenz und -dysphorie. Stimmt das Geschlechtsidentitätserleben nicht mit den Geschlechtsmerkmalen des Körpers überein, spricht man von Geschlechtsinkongruenz. Leidet eine Person unter der fehlenden oder beeinträchtigten Übereinstimmung, wird dies als Geschlechtsdysphorie (engl.: Gender Dysphoria; siehe unten) bezeichnet.

Für manche der betreffenden Personen ist eine Veränderung ihres Körpers wichtig, für andere reduziert sich der Leidensdruck, wenn sie in einer frei gewählten Geschlechtsrolle leben können.

 

Transgender: Bisher wurden jene Menschen, die im Zuge ihres Geschlechtsrollenwechsels körpermedizinische Maßnahmen durchliefen, meist als transsexuell bezeichnet. Um auch den Vornamen und den Personenstand ändern zu können, wurde eine körperliche Anpassung an das erlebte Geschlecht gefordert. Dabei gab es nur 2 Möglichkeiten: entweder Mann oder Frau. In den letzten Jahren traten jedoch in zunehmendem Maße Personen an die Öffentlichkeit, die zwar ein bestimmtes Ausmaß an Geschlechtsinkongruenz erleben, jedoch keine bzw. wenige körperlichen Veränderungen anstreben und manchmal ein Leben zwischen den etablierten Geschlechtsrollen als für sie wünschenswert erachten. All diese Personengruppen lassen sich unter dem Oberbegriff Transgender zusammenfassen.

 

Transgender: Oberbegriff für Personen mit Geschlechtsinkongruenz, wobei nur ein Teil körperliche Veränderungen anstrebt.

 

Transsexualität: Der Begriff der Transsexualität wird häufig mit der Metapher eines „Lebens im falschen Körper“ verknüpft. Im Mittelpunkt steht jedoch weniger der gesamte Körper, der als falsch erlebt wird, sondern vielmehr dessen geschlechtsspezifische Merkmale, die nicht mit dem Erleben der eigenen Geschlechtszugehörigkeit übereinstimmen. Der Begriff Sex bezieht sich dabei auf den englischen Ausdruck und berücksichtigt die Gesamtheit der geschlechtsbezogenen Merkmale des Körpers.

Individuelle Entwicklungen im Kontext der Transsexualität können sehr unterschiedlich verlaufen. Ausschlaggebend für unterschiedliche Verläufe ist einerseits der Zeitpunkt, zu dem die Diskrepanz zwischen dem Identitätserleben und den Körpermerkmalen und/oder das Unbehagen mit dem Körper bewusst und zum Ausdruck gebracht wird. Andererseits tritt das Bedürfnis nach körperverändernden Maßnahmen in unterschiedlichen Altersklassen und in unterschiedlichen Schlüsselphasen auf.

Folgende Aspekte spielen bei der Beschreibung von Geschlechtsmerkmalen eine Rolle: Geschlechtsrolle, Geschlechtsrollenverhalten, Geschlechtsidentität, sexuelle Identität und geschlechtsbezogene Merkmale des Körpers.

 

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Aus der Zeitschrift PSYCH up2date 2013; 7(06): 373-388