• Negative Emotionen und Verständnis - Zwangsmaßnahmen aus Patientensicht

    Wissenschaftler haben einen Zusammenhang zwischen bestimmten Genen und einem überdurchschnittlichen Erinnerungsvermögen für traumatische Ereignisse gefunden.

     

Trauma – Antiallergikum reduziert aversive Gedanken

Wissenschaftler um die Ulmer Psychologieprofessorin I.-T. Kolassa haben erstmals einen Zusammenhang zwischen bestimmten Genen und einem überdurchschnittlichen Erinnerungsvermögen für traumatische Ereignisse gefunden, die mögliche Angriffspunkte bei der medikamentösen Behandlung von Trauma-Patienten sein könnten. Auf der Suche nach passenden Substanzen wurden die Forscher auf ein Antiallergikum aufmerksam.

In der Studie, die die Fachzeitschrift PNAS im Oktober online veröffentlichte, wurde bei ca. 1800 gesunden Probanden mittels kognitiver Tests die Fähigkeit ermittelt, emotionale Erinnerungen abzuspeichern. Die Ergebnisse wurden mit einer genetischen Untersuchung der Testpersonen verglichen. So konnten 2 Gruppen funktionell verbundener Gene identifiziert werden, die offenbar mit einem guten Gedächtnis für belastende Erinnerungen zusammenhängen. Eine Replikationsstudie bestätigte das Ergebnis: Die Wissenschaftler fanden 20 Gene, die mit einem „aversiven Gedächtnis“ in Verbindung standen.

Positive Einnerungen bleiben unbeeinflusst

Bei der Suche nach bereits zugelassenen Substanzen, die diese genetischen Zielsysteme beeinflussen können, stießen die Forscher auf das Antihistaminikum Diphenhydramin und überprüften dessen Wirkung auf die emotionale Gedächtnisbildung. Mit überraschendem Ergebnis: Das Antihistaminikum reduzierte aversive Gedächtnisinhalte, neutrale oder positive Erinnerungen waren hingegen nicht betroffen. Aufgrund dieser Erkenntnisse könnten langfristig neue Medikamente zur Behandlung von Angsterkrankungen entwickelt werden. Weiterhin konnten die Forscher zeigen, dass genomweite Assoziationsstudien geeignet sind, um medikamentöse Ansätze für die Modulation von Gedächtnisinhalten zu finden.

 

Nach einer Mitteilung der Universität Ulm

Aus der Zeitschrift Fortschritte Neurologie Psychiatrie 2014; 82(01): 2