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Trauma, Resilienz und Emotionsregulation

Das Erleben traumatischer Erfahrungen in der Kindheit und Jugend gilt als Risikofaktor für Psychopathologie. Eine funktionale Emotionsregulation (ER) könnte für einen späteren resilienten Entwicklungsverlauf bedeutsam sein.

Aktuellen Zahlen zufolge ist das Erleben von Missbrauchs- und Vernachlässigungserfahrungen im Kindes- und Jugendalter (sexueller, physischer, emotionaler Missbrauch sowie physische, emotionale Vernachlässigung) mit einer Prävalenz von 33,9% in Deutschland weit verbreitet. Dabei handelt es sich zumeist um sogenannte Typ-II-Traumata – wiederholt auftretende oder anhaltende interpersonelle traumatische Erfahrungen – die mit schwerwiegenden und komplexen Auswirkungen für die psychische Gesundheit im Erwachsenenalter assoziiert sind.

 

Unterschiede in der Emotionsregulation (ER) können sowohl einen resilienten als auch einen psychopathologischen Entwicklungsverlauf nach dem Erleben von frühen traumatischen Erfahrungen erklären. Empirisch ist das Erleben früher traumatischer Erfahrungen assoziiert mit ER-Defiziten, wie der reduzierten Fähigkeit emotionale Zustände zu differenzieren. ER-Defizite wiederum erhöhen das Risiko für eine psychopathologische Entwicklung. Gleichzeitig kann eine effektive und funktionale ER für die Aufrechterhaltung der psychischen Gesundheit relevant sein. Bei der Untersuchung von Personen, die traumatische Erfahrungen erlebt haben, hat sich der emotionale Umgang mit diesen Erfahrungen als bedeutsamer für interindividuelle Resilienzunterschiede erwiesen als der Schweregrad der erlebten traumatischen Erfahrungen. Demnach könnte die Untersuchung der Variabilität emotionaler Prozesse nach frühen traumatischen Erfahrungen zu einem besseren Verständnis der unterschiedlichen Entwicklungsverläufe beitragen.

 

Lesen Sie hier den gesamten Beitrag: Trauma, Resilienz und Emotionsregulation

Aus der Zeitschrift: PPmP - Psychotherapie, Psychosomatik, medizinische Psychologie 02/2017

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