• Es stimmt doch: Vollmond stört den Schlaf

    Schlafstörungen können möglicherweise ein frühes Zeichen einer fortschreitenden neurologischen Erkrankung sein.

     

Weisen Schlafstörungen auf progrediente neurologische Erkrankungen hin?

Schlafstörungen können möglicherweise ein frühes Zeichen einer fortschreitenden neurologischen Erkrankung sein. Das lässt eine Pilotstudie an der Gedächtnisambulanz der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Berliner Charité vermuten. Unter der Leitung von Professor Dr. Heidi Danker-Hopfe wurden am Kompetenzzentrum für Schlafmedizin und Schlafforschung die Schlafqualität und Tagesschläfrigkeit von 95 Patienten untersucht, die sich in der Gedächtnissprechstunde vorstellten.

 

Hinsichtlich der Angaben zum Schlaf zeigten sich bei den 43 Frauen und 52 Männern im Alter zwischen 56 und 78 Jahren keine geschlechtsspezifischen Unterschiede. Anders jedoch bei der Altersverteilung und auch bei unterschiedlichen Grunderkrankungen: Depressive Patienten mit kognitiver Leistungseinschränkung gaben eine deutlich schlechtere Schlafqualität an als Patienten mit einer Demenzerkrankung, die allerdings im Mittel deutlich älter waren.

 

Unklar ist bislang der Zusammenhang zwischen der Schlafqualität und der kognitiven Leistungsfähigkeit im Alter. Die Berliner Forscher vermuten, dass Schlafstörungen ein frühes Zeichen einer progredienten Erkrankung des Nervensystems sein können. In den weiteren Untersuchungen soll diese Hypothese verifiziert und die Art der kognitiven Einschränkungen in Abhängigkeit von der Schlafqualität analysiert werden. Vorgesehen ist ferner, Patienten mit auffälligen Untersuchungsergebnissen im Schlaflabor auf das Vorliegen einer Schlafverhaltensstörung im REM-Schlaf zu untersuchen.