•  

Bildgebung der COVID-19-Pneumonie

Anfang Dezember 2019 wurde über ein gehäuftes Auftreten von Atemwegserkrankungen unklaren Ursprungs in Wuhan, Provinz Hubei, China berichtet. Als Erreger wurde schließlich ein neuartiges Coronavirus identifiziert. Dieses Virus zoonotischen Ursprungs ist inzwischen als Severe Acute Respiratory Syndrome Coronavirus 2 (SARS-CoV-2) bekannt, die dazugehörige Erkrankung als Coronavirus Disease 2019 (COVID-19). Initial auf Wuhan begrenzt, wurde die Infektion im März 2020 zur weltweiten Pandemie erklärt. In Deutschland sind inzwischen über 220 000 Infektionsfälle gemeldet. Die Letalität der Krankheit in Europa beträgt zwischen 2,7 und 12,6%. Insbesondere ältere Patienten sind gefährdet: Das mittlere Lebensalter der Verstorbenen liegt beispielsweise in Deutschland bei 81 Lebensjahren.

Gemäß Erfahrungen aus China spielt die Bildgebung und hier insbesondere die CT bei der Patientenversorgung eine wichtige Rolle – die Sensitivität der CT liegt bei deutlich über 90%. In einigen Studien lag die Sensitivität höher als die des eigentlichen Goldstandards, der RT-PCR. Allerdings litten die letztgenannten Studien unter einer Stichprobenverzerrung, und insbesondere zu Beginn der Pandemie war die Qualität der PCR-Tests oft ungenügend und der Ort des Abstrichs nicht repräsentativ. Die Aufgabe der CT ist daher nicht das Screening auf eine COVID-19-Pneumonie. Vielmehr soll sie den Schweregrad der Lungenparenchymveränderungen erfassen, ggf. im Verlauf kontrollieren sowie Komplikationen wie eine Lungenembolie oder Superinfektion nachweisen. Die CT kann ein Muster vorweisen, das suggestiv für die Diagnose einer COVID-19-Pneumonie ist. Daher wurde sie insbesondere zu Beginn der Pandemie auch genutzt, um die Diagnosestellung zu unterstützen. Aufgrund morphologischer Überlappungen mit Differenzialdiagnosen ist die Spezifität der CT für die COVID-19-Pneumonie jedoch limitiert und beträgt je nach Umgebungsprävalenz zwischen 25% und 56%.

Ziel dieses Artikels ist es, die bisher gewonnenen Kenntnisse über die Manifestation der COVID-19-Pneumonie in der Bildgebung vorzustellen und sie gegenüber anderen Viruspneumonien abzugrenzen. Eine strukturierte Herangehensweise an die Befundung wird vorgestellt.

COVID-19-Pneumonie in der Thoraxübersichtsaufnahme

In der konventionellen Übersichtsaufnahme des Thorax äußert sich die COVID-19-Pneumonie in Form von fleckigen und zum Teil konfluierenden Milchglastrübungen und Konsolidierungen, die typischerweise die Peripherie der Mittel- und Unterfelder bevorzugen. Ein Pleuraerguss ist lediglich bei einigen Patienten (ca. 10%) vorhanden. Das Mediastinum und die Hili sind unauffällig. Für die Diagnosestellung einer COVID-19-Pneumonie ist die Thoraxübersichtsaufnahme weniger sensitiv als die CT. Sie hat daher vor allem die Aufgabe, den Schweregrad des Parenchymbefalls einzuschätzen und den Verlauf zu kontrollieren.

 

MERKE

Konfluierende Milchglastrübungen und Konsolidierungen betont in der Peripherie der Mittel- und Unterfelder sind die Merkmale einer COVID-19-Pneumonie in der konventionellen Thoraxaufnahme. Nicht typisch sind Pleuraergüsse oder eine Verbreiterung des Mediastinums/der Hili.

Lesen Sie hier den ganzen Beitrag: Bildgebung der COVID-19-Pneumonie
aus der Zeitschrift Radiologie up2date 03/2020

Thieme Newsletter

  • Jetzt zum Newsletter anmelden und Paper sichern!

    Jetzt kostenlos anmelden

    Melden Sie sich jetzt für unseren Newsletter an und Sie erhalten als Dankeschön ein Paper zum Download.

Quelle

Radiologie up2date
Radiologie up2date

EUR [D] 128,00Zur ProduktseiteInkl. gesetzl. MwSt.

Buchtipps

Referenz Radiologie - Gefäße
Zarko GrozdanovicReferenz Radiologie - Gefäße

EUR [D] 149,99Zum Warenkorb hinzufügenInkl. gesetzl. MwSt.

Erscheinungstermin: Ca. 09.12.2020

Radiologische Diagnostik Abdomen und Thorax
Gabriele A. Krombach, Andreas H. MahnkenRadiologische Diagnostik Abdomen und Thorax

Bildinterpretation unter Berücksichtigung anatom. Landmarken u. klin. Symptome

EUR [D] 137,99Zum Warenkorb hinzufügenInkl. gesetzl. MwSt.

RadCases Plus Q&A Gastrointestinal Imaging
Stephen Thomas, Jonathan M. LorenzRadCases Plus Q&A Gastrointestinal Imaging

EUR [D] 64,99Zum Warenkorb hinzufügenInkl. gesetzl. MwSt.

Cookie-Einstellungen