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Die Dünndarmdivertikulitis als seltene Ursache des akuten Abdomens

Die Divertikulose des Dünndarms ist ein Krankheitsbild mit einer Inzidenz von ca. 0,5–1 %. Meist ist das obere Jejunum betroffen, in 2 Dritteln der Fälle liegen die Divertikel Mesenterial-seitig. Man unterscheidet zwischen kongenitalen Divertikeln und erworbenen Pseudodivertikeln. Zumeist bleiben Dünndarmdivertikel asymptomatisch. Komplikationen mit dem klinischen Bild einer Peritonitis oder eines Ileus können sich ergeben durch Divertikulitiden, Blutungen, Perforationen oder Fistelbildungen.

In der aktuellen Leitlinie der Divertikulitis wird die Dünndarmdivertikulitis nicht als eigenständiges Thema behandelt. Die Therapie erfolgt deshalb analog zur Kolondivertikulitis und reicht von antibiotischer Abdeckung (Stadien Ia und Ib nach CDD) bis zur operativen Therapie bei akuten oder komplizierten Verläufen (Stadien IIa–c, IIIc nach CDD).

Fallbeschreibung

Wir berichten über einen 79-jährigen männlichen Patienten, der sich zunächst in einer externen Klinik mit schwallartigem Erbrechen und Kreislaufinstabilität vorstellte. Aufgrund hochgestellter Darmgeräusche und Spiegelbildungen in der Abdomen-Übersichtsaufnahme wurde der Patient mit V. a. Ileus in unsere Klinik verlegt.

Klinisch zeigte sich ein akutes Abdomen mit p. m. des Druckschmerzes im Oberbauch. Laborchemisch war ein deutlich erhöhtes CRP von 204 mg/l (Norm < 5 mg/l) nachweisbar, jedoch ohne Leukozytose.

In unserer durchgeführten CT-Bildgebung konnte die ursprüngliche Verdachtsdiagnose eines Ileus nicht bestätigt werden. Dagegen war im Jejunum eine große Aussackung der Darmwand mit ausgeprägter entzündlicher Umgebungsreaktion abzugrenzen, zudem ein kleiner extraluminaler Lufteinschluss. Wir stellten deshalb die Diagnose einer gedeckt perforierten Dünndarmdivertikulitis. In Nachbarschaft zu dem entzündeten Divertikel zeigte sich mindestens 1 weiteres größeres Divertikel ohne Entzündungszeichen.

In Zusammenschau aller Befunde wurde die OP-Indikation gestellt und es erfolgte eine explorative Laparotomie, bei der sich intraoperativ eine gedeckt perforierte Jejunaldivertikulitis bei multiplen Divertikeln zeigte. Es wurde 50 cm nach Treitz eine Jejunum-Teilresektion über eine Länge von ca. 30 cm mit Anlage einer End-zu-End-Anastomose durchgeführt.

Im Resektat beschrieb die Pathologie mehrere Pseudodivertikel bei hoch-florider Divertikulitis sowie eine eitrige, gangränöse Peridivertikulitis mit einer gedeckten Perforation und einer eitrigen Peritonitis.

Der weitere stationäre Verlauf war regelrecht, sodass der Patient am 10. postoperativen Tag mit reizlosen Wundverhältnissen entlassen werden konnte.

Lesen Sie hier den ganzen Beitrag: Die Dünndarmdivertikulitis als seltene Ursache des akuten Abdomens
aus der Zeitschrift RöFo 09/2020

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Quelle

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