• Der Beitrag der 18FDG-PET in der Entzündungsdiagnostik - Radiologie - Thieme Verlag

     

18FDG-PET in der Entzündungsdiagnostik

Die 18FDG-PET/CT kann bei der Diagnostik entzündlicher Erkrankungen eine entscheidende Rolle spielen. Die PET/CT kombiniert die Möglichkeit der Ganzkörperaufnahme mit einer guten anatomischen Zuordnung von Befunden durch die simultan durchgeführte low dose CT. Sie ist daher eine exzellente Technik nicht nur für die Suche nach Entzündungsherden, sondern auch für die differenzialdiagnostische Unterscheidung von entzündlichen /Autoimmun-Erkrankungen und Tumorerkrankungen.

Die hohe Sensitivität geht jedoch mit einer eher geringen Spezifität der FDG-Aufnahme einher. Daher ist die Erkennung bestimmter Muster und die korrekte Interpretation der Verteilung von Läsionen zusammen mit dem klinischen Kontext entscheidend für den Beitrag der FDG-PET/CT im Hinblick auf das klinische Management von Patienten. In dieser Arbeit wird eine Übersicht über die möglichen Ursachen und pathophysiologischen Mechanismen entzündlicher Erkrankungen (wie z. B. Sarkoidose, entzündliche Lungenerkrankungen, Osteomyelitis, Fieber unklarer Genese, Infektionen von Gefäßprothesen, Streuherde bei Infektionserkrankungen, etc.), sowie die damit verbundenen typischen Muster der FDG-Anreicherung gegeben. Weiterhin werden Differenzialdiagnosen diskutiert und Hinweise zur optimalen Bildinterpretation gegeben.

Einleitung

Die Diagnostik von entzündlichen Erkrankungen mithilfe der FDG-PET (Fluordeoxyglucose-Positronen-Emissionstomografie) ist in vielen größeren Zentren mit vielen Patienten mit Infektions- oder Autoimmunerkrankungen ein Standardverfahren. Jedoch erlaubt die Vergütungssituation in Deutschland häufig nicht, die PET adäquat für diese Indikationsstellungen zu verwenden. Dies ist nicht nachvollziehbar, denn die PET liefert bei vielen Fragestellungen exzellente Ergebnisse. Auch wenn eine eindeutige Evidenz für die Nutzung anatomischer Schnittbildverfahren häufig genauso fehlt wie für die PET, ist es wohl häufig eher Gewohnheit, die dazu führt, dass die PET als ultima ratio eingesetzt wird. Die Entscheidung für eine spezifische Bildgebungstechnik bei bestimmten entzündlichen Erkrankungen hängt also letztlich von lokalen Gegebenheiten und Vorlieben ab. Die PET hat aber in der Entzündungsdiagnostik erhebliche klinische Relevanz und ist auch kosteneffektiv, wenn sie klug eingesetzt wird.

Insbesondere bei Fieber unklarer Genese, wo es in erster Linie auf eine hohe Sensitivität ankommt, ist die PET als bildgebendes Verfahren erste Wahl. Ihre Stärken spielt sie auch aus, wenn es um die Evaluation von therapeutischen Maßnahmen geht oder bspw. um die longitudinale Überwachung chronischer Infektionen bei Patienten, bei denen eine chirurgische Sanierung nicht möglich ist. Aber auch die Fokussuche bei bakteriellen Entzündungen und die Primärdiagnostik bei Autoimmunerkrankungen (insbesondere Vaskulitiden) sind sinnvolle Indikationen für die PET. Die PET ist zwar sehr sensitiv, aber wenig spezifisch, da nicht nur Malignome und Entzündungsherde FDG aufnehmen. Das FDG-Verteilungsmuster kann allerdings pathognomonisch sein wie bspw. bei der Polymyositis rheumatica, bei der in vielen Fällen eine „kissing spine“ mit multifokalem Mehruptake zwischen den Processus spinosi in Kombination mit einer Vaskulitis oder diffusem Mehruptake in einigen Muskeln gefunden wird. Es kann aber auch völlig unspezifisch sein, sodass eine sterile Entzündung nicht von einer bakteriellen Infektion zu unterscheiden ist – z. B. bei Fremdkörperreaktionen.

In diesem Artikel wollen wir die wichtigsten Indikationen zur Durchführung einer PET bei entzündlichen Erkrankungen diskutieren. Neben Erkrankungen, bei denen die PET primär für die Diagnostik eingesetzt wird, werden wir auch typische Befunde bei entzündlichen Erkrankungen besprechen, die bei onkologischen Fragestellungen häufig gesehen werden. Ein wichtiges Beispiel hierfür sind entzündliche Lungenherde bei Patienten mit Malignomen, insbesondere Bronchialkarzinomen oder Lymphomen. Das Krankheitsspektrum der entzündlichen Befunde reicht dabei von Lobärpneumonien bis zur Strahlenpneumonitis.

Aufgrund der großen Bandbreite möglicher Indikationen ist es nicht möglich, alle entzündlichen Erkrankungen, bei denen die PET eingesetzt werden kann, abzudecken. Wir beschränken uns daher auf die in der Klinik häufigsten Indikationen.

Lesen Sie den gesamten Beitrag hier: Der Beitrag der 18FDG-PET in der Entzündungsdiagnostik

Aus der Zeitschrift Der Nuklearmediziner 02/2017

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