• Multiparametrische MR-Bildgebung - Radiologie - Thieme Verlag

     

Multiparametrische MR-Bildgebung beim Prostatakarzinom

Über die multiparametrische Prostata-MRT ist viel geschrieben worden. Richtig durchgeführt, kann sie die Diagnostik verbessern, erlaubt eine zuverlässigere Prognoseabschätzung und hilft dabei, die individuell optimale Therapie festzulegen.

Das Prostatakarzinom ist eine große medizinische und sozioökonomische Herausforderung. Hohe Inzidenz, große Variabilität der Tumoraggressivität, unpräzise Diagnostik und unzureichende Individualisierung der Therapie mit Überbehandlung wenig aggressiver Karzinome kennzeichnen die derzeitige Situation. Dabei ist das Prostatakarzinom in den Industrienationen die häufigste Krebserkrankung des Mannes. In Deutschland rechnet man derzeit pro Jahr mit etwa 70 000 Neuerkrankungen und 12 000 Todesfällen (Platz 3 der Krebsletalität).

Größter Risikofaktor ist das Alter mit stark ansteigender Erkrankungshäufigkeit ab dem 55. Lebensjahr und Maximum etwa im 70. Lebensjahr. Epidemiologische Untersuchungen weisen zudem auf eine genetische Komponente hin, da familiäre Häufungen sowie starke geografische und ethnische Unterschiede beobachtet werden.

Die konventionelle urologische Diagnostik zur Früherkennung besteht aus digitaler rektaler Untersuchung (DRU), PSA-Serumtest und – abhängig hiervon – systematischer Prostatabiopsie (üblicherweise transrektale 12-fach-TRUS-Biopsie). Problematisch ist, dass erhöhte PSA-Serumwerte auch Folge der viel häufigeren benignen Prostatahyperplasie (BPH) und Prostatitis sind. Der Schwellenwert für eine normale PSA-Serumkonzentration liegt – je nach Alter – zwischen etwa 2,5 ng/ml und 4 ng/ml. Diagnostisch und prognostisch relevant sind weitere PSA-Parameter wie die PSA-Dichte (relativ zum Prostatavolumen), das freie PSA und die sog. PSA-Dynamik, d. h. der Zeitverlauf der Serumkonzentration. Die PSA-Parameter werden von den Urologen in Abhängigkeit von u. a. Alter, Prostatagröße und evtl. vorhandenen benignen Prostataerkrankungen differenziert interpretiert.

FALLBEISPIEL: Erhöhter PSA-Wert
Eine Vorsorgeuntersuchung bei einem 56 Jahre alten Mann ergab beim Hausarzt einen PSA-Wert von 6,4 ng/ml. Die digitale rektale Untersuchung war unauffällig. Der Patient gab an, keine urologischen Beschwerden zu haben, eine Diagnostik der Prostata, insbesondere eine Prostatabiopsie, hatte bis zu diesem Zeitpunkt nicht stattgefunden. Der Hausarzt überwies den Patienten zur Abklärung. Es wurde eine multiparametrische Prostata-MRT durchgeführt, um karzinomsuspekte Herdbefunde nachzuweisen oder auszuschließen, und in Abhängigkeit vom Ergebnis ggf. eine Biopsie zu planen.

Mit einer korrekt durchgeführten mpMRT der Prostata ist es nachweislich möglich, die Diagnostik und das lokale Staging zu verbessern, die Prognoseeinschätzung auf eine zuverlässigere Grundlage zu stellen und die Therapie zu individualisieren. In den letzten Jahren hat insbesondere die Einführung der mpMRT-gezielten Biopsie die primäre Diagnostik verbessert.

MERKE:
Mit modernen MR-Tomografen ist die mpMRT in der Praxis möglich, ohne dass dafür spezielles Equipment oder besondere Bildnachverarbeitungsverfahren nötig wären.
Für die bestmögliche Patientenversorgung müssen aber folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

  • hohe Qualität und Standardisierung der Untersuchung
  • ausreichend hohe Expertise bei der Bildbeurteilung
  • standardisierte Befunddokumentation und Befundübermittlung nach PI-RADS
  • intensive interdisziplinäre Zusammenarbeit von Urologen und Radiologen, um die Qualität fortlaufend zu kontrollieren und nachhaltig zu verbessern

 

Lesen Sie den gesamten Beitrag hier: Multiparametrische MR-Bildgebung beim Prostatakarzinom

Aus der Zeitschrift Radiologie up2date 01/2017

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