• Untere Extremität

     

Stressfrakturen der unteren Extremität

Als Stressfrakturen bezeichnet man partielle oder vollständige Frakturen, welche durch eine lange andauernde, repetitive Überlastung eines eigentlich normalen Knochens ausgelöst werden. Sie werden aus diesem Grund auch häufig Ermüdungsbrüche genannt. Hiervon abzugrenzen sind Insuffizienzfrakturen, welche einen abnormal geschwächten Knochen, z. B. im Rahmen einer Osteoporose, betreffen.

Stressfrakturen wurden im Jahre 1855 als Erstes von Breithaupt beschrieben, einem preußischen Militärarzt, der diese Art der Verletzung bei Rekruten mit Fußschmerzen nach langen Märschen beobachten konnte. Stressfrakturen machen etwa 2 % aller Sportverletzungen aus, wobei die Knochen der unteren Extremität in ca. 95 % der Fälle betroffen sind.

Pathophysiologisch bedeutsam bei der Entstehung von Stressfrakturen ist die nicht mehr ausreichende Anpassung des gesunden Knochens an eine vermehrte Belastung. Bei einem gesunden Individuum liegt ein Gleichgewicht zwischen osteoblastischen und osteoklastischen Prozessen vor, sodass sich der Knochen fortwährend den Belastungsänderungen anpassen und entsprechend umbauen kann. Kommt es über einen längeren Zeitraum zu einer repetitiven Überlastung, kann dieses Gleichgewicht gestört sein. Dies führt dazu, dass Mikrotraumen nicht mehr ausheilen können und sich Überlastungsreaktionen zunächst im Sinne eines Knochenmarködems ausbilden. Schreiten die osteoklastischen Prozesse bzw. die Schädigungen des Knochens weiter voran, entwickeln sich aus den Überlastungsreaktionen dann sog. Stressfrakturen, welche nicht nur den spongiösen, sondern auch den kortikalen Knochen betreffen können.

Klinisch manifestieren sich Stressfrakturen zunächst mit lokalisiertem Schmerz, wohingegen Schwellungen, Hämatome oder eine Überwärmung meist erst im späteren Verlauf auftreten.

Röntgenbilder, Skelettszintigrafie, MRT und CT sind die klassischen bildgebenden Verfahren, welche zur Diagnosestellung verwendet werden. Allerdings lassen sich periostale Reaktionen und eine angrenzende Mehrsklerosierung im Röntgenbild erst nach 3 – 4 Wochen nachweisen, im späteren Verlauf wird eine zur Kortikalis senkrecht verlaufende Frakturlinie dann als diagnostisch angesehen.

Die Skelettszintigrafie zeigt Stressfrakturen als Bereiche eines erhöhten Knochenumbaus an. Sie ist dabei hochsensitiv eine Stressfraktur innerhalb von 6 – 72 Stunden nach Symptombeginn nachzuweisen, allerdings ist die Spezifität sehr gering, sodass Stressfrakturen rein bildmorphologisch nicht von anderen Läsionen mit erhöhtem Knochenumbau abgegrenzt werden können. Darüber hinaus ist die Strahlenbelastung nicht unerheblich, was insbesondere für die jungen, sportlich aktiven Patienten mit der Verdachtsdiagnose Stressfraktur ein Problem darstellt.

 

Lesen Sie hier den gesamten Beitrag: Stressfrakturen der unteren Extremität

Aus der Zeitschrift RaFö 03/2019

Call to Action Icon
RöFo kostenlos testen und probelesen.

Thieme Newsletter

  • Jetzt zum Newsletter anmelden und Paper sichern!

    Jetzt kostenlos anmelden

    Melden Sie sich jetzt für unseren Newsletter an und Sie erhalten als Dankeschön ein Paper zum Download.

Quelle

RöFo
RöFo

Fortschritte auf dem Gebiet der Röntgenstrahlen und der bildgebenden Verfahren

EUR [D] 531,00Zur ProduktseiteInkl. gesetzl. MwSt.

Buchtipps

Radiologie-Trainer Bewegungsapparat
Axel Stäbler, Birgit Ertl-WagnerRadiologie-Trainer Bewegungsapparat

EUR [D] 69,99Zum Warenkorb hinzufügenInkl. gesetzl. MwSt.

Bildgebende Diagnostik des Fußes und Sprunggelenks
Ulrike Szeimies, Axel Stäbler, Markus WaltherBildgebende Diagnostik des Fußes und Sprunggelenks

EUR [D] 159,99Zum Warenkorb hinzufügenInkl. gesetzl. MwSt.

Bildgebende Diagnostik beim Polytrauma
Klaus Efinger, Daniela KildalBildgebende Diagnostik beim Polytrauma

EUR [D] 207,99Zum Warenkorb hinzufügenInkl. gesetzl. MwSt.