Eine Kurzanleitung für das „Stress ist förderlich“-Denken

Es gibt Herausforderungen, auf die kann man sich nicht einstellen. Aber man kann sie trotzdem überwinden mit der richtigen Denkweise. Stress macht uns kreativer, empathischer und leistungsfähiger – vorausgesetzt, wir betrachten ihn als etwas Positives.

Was macht es mit Körper und Geist, wenn man Stress negativ betrachtet?

Für viele Menschen gilt Stress als etwas sehr Schädliches – ganz gleich, ob es eine kleine oder fünf große Anforderungen zu bewältigen gibt. Entscheidend ist jedoch, wie wir selbst die Dinge sehen. Denn Stress entsteht im Kopf. Mit einer festgefahrenen Denkweise – auch Fixed Mindset genannt – wirkt sich Stress sehr negativ auf unsere Wahrnehmung, unser Denkmuster und unsere Stressreaktion aus. Mit einem Fixed Mindset wahren wir den sicheren Erfolg und fürchten daher alles, was ihn gefährden könnte wie etwa Fehler, Rückschläge oder Stress.

Je mehr wir Stressauslöser als Bedrohung wahrnehmen, desto mehr setzen wir uns selbst durch stressverstärkende Gedanken unter Druck und nehmen häufig kaum Ressourcen wahr. Die Folge ist eine „Kampf-oder-Flucht“-Reaktion, die uns auf Dauer unzufrieden, krank und unproduktiv macht.

Was macht es mit Körper und Geist, wenn man Stress positiv betrachtet?

Wenn wir es jedoch schaffen, Stress positiv entgegenzutreten, profitieren Geist und Körper gleichermaßen. Eine wachstumsorientierte Denkweise, auch Growth Mindset genannt, hilft uns, Stress als Herausforderung und nicht wie mit einem Fixed Mindset als Bedrohung zu erleben. Mit einem Growth Mindset haben wir keine Angst vor Stress und Krisen, sondern sehen darin immer die Chance, uns persönlich weiterzuentwickeln. Das hat einen positiven Einfluss auf unsere Wahrnehmung, Denkmuster und Stressreaktion. Wir fühlen uns weniger bedroht durch Dinge, die wir nicht beeinflussen können und setzen uns deshalb auch nicht unnötig unter Druck. Ganz im Gegenteil: Wir motivieren uns in herausfordernden Situationen durch positive Gedanken und verbinden uns mit unseren Ressourcen. All dies führt zu anderen, weitaus gesünderen Stressreaktionen, die uns empathischer und hilfsbereiter machen (Tend-and-befriend-Reaktion), zu mehr Gesundheit und Höchstleistungen verhelfen (Herausforderungs-Reaktion) und über unsere Grenzen hinauswachsen lassen (= Wachstum).

Übung: Wie ist es bei Ihnen: Was macht Stress mit Ihnen?

Tragen Sie ein, wie Sie Ihren Stress aktuell erleben. Was lösen die momentanen Ereignisse bei Ihnen aus? Welches Mindset tragen Sie in sich? Tendieren Sie eher zum Fixed Mindset mit einem „Stress-ist-schädlich“-Denken oder zum Growth Mindset mit einem „Stress-ist-förderlich“-Denken?

Wie schafft man es, dem Stress Positives abzugewinnen – die stärksten Tipps

Wenn Sie in der Übung zum „Stress-ist-förderlich“-Denken tendiert haben: Herzlichen Glückwunsch . Wenn nicht, haben wir hier die zehn stärksten Tipps für Sie, wie Sie es schaffen, Stress und Krisen etwas Positives abzugewinnen:

  1. Akzeptanz: Lernen Sie, Dinge, die Sie nicht ändern können, anzunehmen, statt damit zu hadern oder sich emotional weiter hineinzusteigern. Es ist, wie es ist. Aber es wird, was Sie daraus machen.
  2. Entkatastrophisieren: Entziehen Sie Ihren Sorgen und Ängsten die Kraft, indem Sie Ihre Worst-Case Szenarien bis zum Ende durchdenken. Fragen Sie sich, was das Allerschlimmste ist, das passieren könnte?
  3. Blick auf das Positive: Das, worauf Sie jetzt Ihren Fokus lenken, wird sich auch vermehren. Was ist das Gute an der aktuellen Situation? Was gewinnen Sie? Was ist sonst noch gut in Ihrem Leben? Was können Sie Neues lernen?
  4. Perspektivenwechsel: Lenken Sie Ihre wertvolle Energie bewusst auf das, was Ihnen guttut und hilft, den Stress/die Probleme zu lösen: Was können Sie ändern? Was würden Sie einer guten Freundin jetzt raten? Wie werden Sie in einem halben Jahr über das Heute denken?
  5. Lösungen finden: Verschwenden Sie Ihre wertvolle Energie nicht damit, sich in Ihren Stress und die damit verbundenen Probleme hineinzusteigern, sondern lenken Sie diese bewusst auf mögliche Lösungen, mit denen Sie die Probleme lösen können.
  6. Stress als meine Ressource: Denken Sie zurück an Stresssituationen und Krisen in Ihrem Leben, durch die Sie sich überfordert gefühlt haben. Statt sich auf die negativen Konsequenzen zu fokussieren, nehmen Sie nun bewusst wahr, wie Ihnen der Stress damals geholfen und Energie geschenkt hat, um durchzuhalten. Was haben Sie Neues gelernt und welche Fähigkeiten haben Sie entwickelt, um diese schwierige Zeit zu überwinden?
  7. Ressourcen aktivieren: Überlegen Sie nun, welche Ihrer gewonnen Fähigkeiten Sie für die aktuelle Stresssituation nutzen können, um diese erfolgreich zu meistern. Was schenkt Ihnen Kraft und Energie, um durchzuhalten?
  8. Dankbarkeit: Machen Sie es sich zur Gewohnheit, sich jeden Morgen für Ihre drei wichtigsten Ressourcen zu bedanken. So bleiben Sie bewusst in Ihrer Stärke, mit der Sie effektiv Lösungen finden können. Je reicher Sie sich an Ressourcen fühlen, desto weniger gestresst sind Sie durch die Anforderungen.
  9. Negative Denkmuster loslassen: Negative Gedanken lenken Sie immer wieder ab oder lassen Sie grübeln, ohne dass Sie effektiv etwas an Ihrer Lage geändert haben. Ersetzen Sie negative ganz bewusst durch positive Gedanken, die sie motivieren und ins Handeln bringen, zum Beispiel: Ich kann das nicht.  => Ich kann das noch nicht. Ich habe keine Zeit. => Ich nehme mir Zeit für meine Prioritäten. Ich könnte versagen. => Fehler lassen mich wachsen. Ich schaff das nicht allein. => Ich suche mir Unterstützung. Ich weiß nicht wie. => Ich finde einen Weg. Es ist alles so schlimm. => Ich mache das Beste daraus.
  10. Krisen und Fehler als Wachstumsmotor: In Krisen oder Stresssituationen steckt immer auch die großartige Chance, sich selbst zu verändern, zu verbessern und weiterzuentwickeln. Denken Sie zurück an Momente in Ihrem Leben, in denen Ihnen Schwierigkeiten zu etwas Neuem oder Besserem verholfen haben. Welches Potential birgt möglicherweise die aktuelle Krise? Was können Sie Neues lernen und welche Schwächen werden Ihnen bewusst, an denen Sie aktiv arbeiten können, um sich persönlich weiterzuentwickeln?

Übung: Wie geht es Ihnen nun?

Nach dieser geballten „Stress ist förderlich“-Lektion sind nun noch einmal Sie an der Reihe. Wie sieht Ihr Mindset nun aus? Hat sich Ihr Denken verändert? Testen Sie sich selbst:

Quelle

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