Wirksam oder unwirksam? – Wer hat die Deutungshoheit in der Medizin?

Thieme Talk 2014

Wann ist Medizin gut oder schlecht und vor allem: Wer entscheidet für wen darüber? Inwieweit gelten die Daten der Evidenz basierten Medizin, wann die Erfahrungen des Arztes und wann die Aussage vom „Wer heilt, hat recht“? Was bedeutet eine leitliniengerechte Behandlung? Wie sollten Ärzte damit umgehen? Und welche Rolle spielt bei diesen Entscheidungen das Bedürfnis, die Einschätzung, die Erwartung oder Lebensqualität des Patienten? Diese Fragen sind nicht einfach zu beantworten – insbesondere weil sie mit der Frage verknüpft sind, welche Medizin wird bezahlt und welche nicht.

Im Spannungsfeld zwischen wissenschaftlichen Daten, medizinischen Erfahrungen, ökonomischem Druck und Patientenzufriedenheit entwickeln sich diagnostische und therapeutische Wege in der Medizin weiter. Hier muss die Balance immer wieder neu definiert und austariert werden.

Es diskutierten:     

  • Dr. Edgar Franke, © Thieme Verlagsgruppe

    D. Edgar Franke, MDB, SPD, Vorsitzender des Gesundheitsausschusses des Deutschen Bundestags: „Politik muss Ziele formulieren und Interessen ausgleichen."

     
  • Professo Dr. Jürgen Windeler, © Thieme Verlagsgruppe

    Professor Dr. Jürgen Windeler, Leiter des IQWIG: „Versicherten wird mit einigen Kampagnen ja geradezu ein schlechte Gewissen eingeredet, wenn sie nicht zur Vorsorge gehen.“

     
  • Josef Hecken, © Thieme Gruppe

    Josef Hecken, Unparteiischer Vorsitzender des Gemeinsamen Bundesausschusses G-BA: „Ein ethischer Filter heißt, Marktzulassungen für Medikamente müssen auch ausgesprochen werden können, wenn klassische Bewertungskriterien noch nicht erfüllt sind.“

     
  • Professor Dr. Karl Heinz Rahn, © Thieme Verlagsgruppe

    Professor Dr. Karl Heinz Rahn, Präsident des AWMF: „Wenn keine Daten vorhanden sind, kann man sie auch nicht deuten.“

     
  • Professor Dr. Giovanni Maio, © Thieme Gruppe

    Medizinethiker Professor Dr. Giovanni Maio: Externe und interne Evidenzen müssen Zusammenwirken – das Gespräch mit dem Patienten darf nicht vernachlässigt werden.

     
  • Professor Dr. Frank Ulrich Montgomery, © Thieme Gruppe

    Professor Dr. Frank Ulrich Montgomery, Präsident der Bundesärztekammer, meldete sich aus dem Publikum zu Wort.

     
  • Thieme Talk 2015, © Thieme Gruppe

    Zu Gast waren Vertreter aus Medizin und Gesundheitswesen, Politik und Medien.

     

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