• Haltungscoach

Haltungscoaching mit Sensor und App

Der Sensor

Der innovative Sensor- und App-gesteuerte Haltungscoach hilft Menschen dabei, langes Sitzen zu vermeiden. Die Besonderheit des Haltungscoachings bildet dabei ein Sensor, der am Hemd-/Blusenkragen - ähnlich nach dem Prinzip einer Geldklammer - ansteckt wird.

Biofeedback

Der Sensor erkennt lange Sitzphasen und gibt in Form einer  Vibration  Biofeedback, um an Bewegung und Positionswechsel zu erinnern.

Darüber hinaus zeichnet der Sensor Mikrobewegungen, Aufrechtphasen, zurückgelehnte Phasen und Schritte auf.

Rückenübungen

Das Highlight sind sensorgestützte Rückenübungen. Dabei handelt es sich um sogenannten um Ausgleichsübungen zum Sitzen. Diese können jederzeit während der Arbeit durchgeführt werden und sind eine ideale Maßnahme, um Sitzphasen zu unterbrechen. 

Jede durchgeführte Übung wird zudem aufgezeichnet und durch Zusatzpunkte beim Tageswert („Office Fitness“) honoriert. Das Tagessitzprofil wird als Historie aufgezeichnet, so dass der User die Entwicklung seines Sitzverhaltens beobachten kann. Beim Einsatz im Betrieblichen Gesundheitsmanagement können Mitarbeiter Gruppen zugeordnet werden und damit mit anderen Gruppen verglichen werden, z. B. als Abteilungs-Challenge.

 

Motivation und Information durch persönlichen Coach

Der sensorgestützte Haltungscoach wird bei Thieme TeleCare in ein persönliches Coaching integriert. Hierbei greift der Coach weitere gesundheitsbezogene Themen auf und betreut den Nutzer ganzheitlich. Regelmäßige Motivation und die Befähigung zum Selbstmanagement der eigenen Gesundheitssituation stehen dabei im Fokus.

Experteninterview: „Wir müssen unser Sitzverhalten ändern!“

Dr. Lutz Graumann ist Arzt für Sportmedizin, Chirotherapie und Ernährungsmedizin. Durch die Vielfalt an Forschungsprogrammen in den USA, Kanada und Deutschland wird er seit mehr als 10 Jahren als Experte im Bereich Performance Medicine und Functional Training wahrgenommen. Im Interview macht er deutlich, worauf es ankommt.

Warum behaupten Kollegen wie Prof. Dr. med. Dietrich Grönemeyer, dass das Sitzen das neue Rauchen sei?

Ich teile diese Meinung voll und ganz! Warum? Die Erklärung ist ganz simpel und logisch: Sobald man sich setzt, werden die Muskeln kaum noch beansprucht, arbeiten nur noch wenig und werden dadurch schlechter durchblutet. Mit jeder sitzenden Stunde steigt das Risiko für Verkalkungen der Herzkranzgefäße und somit das Herzinfarktrisiko. Zudem produziert das Bauchfett im Sitzen Botenstoffe, die sich negativ auf das Immunsystem auswirken und entzündliche Prozesse auslösen. Auch der Stoffwechsel bleibt nicht verschont. Langes Sitzen wirkt sich negativ auf Cholesterin und Insulin aus. Durch die Inaktivität der Muskeln produzieren diese kaum noch das Enzym „Lipoprotein Lipase“, welches für den Cholesterin-Abbau benötigt wird. Dadurch wird der Abbau des Cholesterins gehemmt. Die Folge: Cholesterinanstieg! Inaktive Muskeln reagieren zusätzlich schlechter auf das körpereigene Hormon Insulin, welches u. a. für den Kohlenhydratstoffwechsel verantwortlich ist. Das bedeutet, dass die Muskelzellen dadurch weniger Insulin aufnehmen. Das Diabetesrisiko steigt! Schließlich kommt noch hinzu, dass langes Sitzen die Spannung und Funktion unserer Muskeln und Faszien negativ beeinflussen, was dann zu Fehlhaltungen führt. Rücken- oder Nackenschmerzen sind die Folge.

Sie kennen das Konzept des Sensorgestützten Haltungscoaches. Warum ist das Biofeedbackprinzip so erfolgsversprechend?

Der 8sense-Rückensensor greift das Prinzip des Biofeedbacks hervorragend auf. Es geht nicht darum zu wissen, wie viele Schritte ich pro Tag laufe, sondern es geht darum, ein direktes Feedback zu meiner aktuellen Körperposition und meinem Bewegungsverhalten insgesamt zu bekommen. So können relativ einfach die Mikro- und Minibewegungen in den Alltag integriert werden. Gezielte Ausgleichsübungen wirken den möglichen Verkürzungen der Muskulatur entgegen. Wichtig ist, dass wir das lange Sitzen vermeiden. Der Sensor hilft, dass auch umzusetzen.

Wie viele Übungen werden denn täglich benötigt, damit sich der Erfolg einstellt?

An dieser Stelle muss ich eine häufige Fehlannahme korrigieren: Viele Menschen glauben, dass sie die Folgen des langen Sitzens durch Sport ausgleichen können. Und genau das stimmt nicht. Klar, regelmäßiger Sport ist richtig und wichtig, aber es hilft eben nicht, als vorbeugende Maßnahme gegen die negativen Folgen des Dauersitzens! Hierfür sind Sitzunterbrechungen und kleine Bewegungseinheiten unentbehrlich! Das Geheimnis liegt also in der ständigen Unterbrechung des Sitzens und der Integration von Ausgleichsübungen in den Sitzalltag.

„Biofeedback stärkt den Rücken“

Das sensorgestützte Haltungscoaching wurde kurz nach Beginn des „Corona Shutdowns“ bei mehreren Mitarbeitern eines Unternehmens über 4 Wochen als Maßnahme des Betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM) eingesetzt. Es wurde analysiert, wie hoch die Rate der sensorausgelösten Bewegungen war. Und die Ergebnisse sind erstaunlich. Im Schnitt konnten mehrere Übungen in den Homeoffice Alltag integriert und lange Sitzphasen deutlich reduziert werden.

„Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass ich den sensorgestützten Haltungscoach erst durch die Corona-Pandemie so richtig zu schätzen gelernt habe!“, sagt Daniel Lorenz, Leiter Produkt und Innovation der Thieme TeleCare GmbH.