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Telemedizinische Versorgung im Kampf gegen Übergewicht und Adipositas

Adipositas - Entstehung, Ausmaß und Folgen

Übergewicht und Adipositas stellen ein Phänomen der westlichen Industriestaaten dar, deren Zahlen stetig steigen und die Gesundheitssysteme auf Grund der zahlreichen Begleit- und Folgeerkrankungen vor finanzielle Herausforderungen stellen.

Fakten Adipositas

  • 54% der Erwachsenen in Deutschland sind von Übergewicht einschließlich Adipositas betroffen
  • Männer haben mit 43,3% häufiger Übergewicht als Frauen mit 28,8%
  • Adipositas-Prävalenz in Deutschland: ca. 18% mit steigender Tendenz
  • Direkte Kosten: 23,39 Milliarden Euro
  • Indirekte Kosten: 33,65 Milliarden Euro


Adipositas bedeutet (krankhafte) Fettleibigkeit und liegt laut der WHO-Definition ab einem Body-Mass-Index (BMI) von ≥ 30 kg/m2 vor. Sie wird in drei Schweregrade eingeteilt, wobei der BMI bei einer Adipositas Grad III bei ≥ 40 kg/m2 liegt und diese Form der Fettleibigkeit mit einem sehr hohen Risiko für Folgeerkrankungen einhergeht. Die Risikofaktoren, die zur Entstehung einer Adipositas führen können, sind vielschichtig. Es kann sich dabei um biologische, psychosoziale sowie umweltbedingte Faktoren handeln.

Eine bestehende Adipositas wird mit unterschiedlichen Komorbiditäten assoziiert wie z. B. Diabetes mellitus, Fettleber, koronare Herzkrankheit, Hypertonie oder Rückenschmerzen. 
Die Therapie bezieht sich größtenteils auf die umweltbezogenen Risikofaktoren, dem ungesunden Ernährungsverhalten und dem Bewegungsmangel, um eine Gewichtsreduktion zu erzielen.

Genau bei diesen Stellhebeln setzt auch das Programm califit an!

califit - Programmüberblick und Neuerungen

Seit mehreren Jahren begleitet das califit-Team übergewichtige Versicherte auf dem Weg zu ihrem individuellen Wohlfühlgewicht.
In den gemeinsamen Telefongesprächen motivieren erfahrene Ernährungsexperten die Teilnehmer zur Gewichtsabnahme und informieren über eine ausgewogene Ernährungsweise, damit eine dauerhafte Gewichtsreduktion gelingen kann.

Während des Coachings analysieren die Coaches das Ernährungs- und Bewegungsverhalten des Teilnehmers anhand eines Fragebogens für eine ganz individuelle Beratung und Begleitung. Zudem erhalten die Teilnehmer Begleitmaterialien mit gebündelten Informationen über Ernährung, Bewegung und Lebensstil, sowie einen Zugriff zum exklusiven Onlineportal für weitere Informationen. Das Kernelement der Begleitmaterialien stellt das califits-System dar, an diesem sich die Teilnehmer orientieren.

Das califits-System bietet den Teilnehmern eine einfache, bequeme und leicht verständliche Hilfe, um gesunde Alternativen zu Ihren bisherigen Lebensmitteln zu finden. Dadurch, und in Kombination mit regelmäßiger Bewegung, werden Sie bestmöglich beim Abnehmen unterstützt. Der Erfolg des Programms kann jetzt auch zusätzlich durch den Thieme Coach begleitet werden.

 

califit erstrahlt in einem neuen look and feel im Thieme Coach!

Alle Inhalte von califit können jetzt jederzeit flexibel unterwegs im Thieme Coach abgerufen und genutzt werden. califit bietet den Teilnehmern eine große Auswahl an neuen und gesunden Rezeptideen zum Nachkochen.
Im Thieme Coach stehen zusätzlich weitere Features wie Vitalwerte, Zielvereinbarungen, Medikation und Achtsamkeitsübungen zur Verfügung! 

 
Durch den Einsatz des Thieme Coachs stehen dem Teilnehmer multimediale Inhalte zur Verfügung, die ihn zusätzlich bei der Lebensstilmodifikation unterstützen. Der Gesundheitscoach hat zudem die Möglichkeit dem Teilnehmer je nach Bedarf passgenaue Inhalte über eine Plattform einzuspielen und seine Fortschritte zu verfolgen. Dadurch kann er bei den vereinbarten Gesprächsterminen bestimmte Themen aufgreifen und mit dem Teilnehmer besprechen.

Durch die Kombination aus persönlicher und digitaler Komponente wird das Selbstmanagement und Empowerment des Teilnehmers gestärkt, sowie dessen Therapieadhärenz und Motivation gefördert. Das führt dazu, dass sich das Programm nachhaltig positiv auf die Kosten im Gesundheitswesen auswirkt, indem diese durch den Abbau von Begleit- und Folgeerkrankungen gesenkt werden. Mehr erfahren? Hier geht's zum Thieme Coach.

Experteninterview mit Professor Dr. J. G. Wechsler

 

Professor Dr. J. G. Wechsler ist ehemaliger Ärztlicher Leiter des Zentrums für Ernährungsmedizin und Prävention (ZEP) und ehemaliger Chefarzt der Internen Abteilung des Krankenhauses Barmherzige Brüder in München. Seiner medizinischen Tätigkeit geht er als Facharzt für Innere Medizin u.a. mit dem Schwerpunkt Ernährungsmedizin nach. Zudem ist Prof. Dr. Wechsler im Bereich Forschung und Lehre  sowie als Wissenschaftsjournalist tätig.

Was verbirgt sich hinter der Bezeichnung Adipositas und wie kommt es dazu?

Unter Adipositas ist eine Ernährungs- und Stoffwechselkrankheit mit starkem Übergewicht zu verstehen, die insgesamt mit einer positiven Energiebilanz einhergeht. Die von der WHO und jetzt auch vom Deutschen Bundestag als Erkrankung eingestufte Adipositas ist alters- und geschlechtsunabhängig und wird über den Body-Mass-Index (BMI) definiert. Der BMI wird aus dem Körpergewicht in Kilogramm dividiert durch die Körpergröße in Meter zum Quadrat bestimmt. Ein BMI von 20-25 gilt als Normalgewicht, ein BMI von 25-29,9 als Übergewicht und ein BMI über 30 als Adipositas.

Als Ursachen der Adipositas gelten, von wenigen hormonellen Störungen abgesehen, eine erhöhte Energieaufnahme und ein verminderter Energieverbrauch durch zu geringe körperliche Aktivität. Diese Bilanzstörung führt zu einer vermehrten Fettbildung, diese ist kurzfristig physiologisch ohne Krankheitswert und evolutionsbiologisch sogar sinnvoll. Auf lange Sicht hingegen entstehen durch vermehrte Stoffwechsel- und Kreislaufbelastung jedoch ernsthafte Erkrankungen vor allem in Form des metabolischen Syndroms. 

Welche Rolle spielt die Ernährung bei Adipositas?

Die Ernährung spielt eine wichtige Rolle, denn bei positiver Energiebilanz und erhöhter Kalorienzufuhr wird im Körper Fett gebildet und eingelagert. Eine hyperkalorische Ernährung führt immer zu Übergewicht und Adipositas. Eine weniger adipogene Ernährung hingegen sollte die Fettzufuhr und die Zufuhr kurzkettiger Kohlenhydrate reduzieren. Hierbei ist nach Angaben der DGE vor allem die Gesamtenergie- bzw. Kalorienzufuhr bei vernünftiger Nährstoffrelation entscheidend. Sie sollte eine tägliche Kalorienzufuhr von 20-25 kcal pro Kilogramm Körpergewicht nicht überschreiten.

Wie gelingt einem adipösen Menschen die Umsetzung einer gesunden Lebensweise am besten? 

Zur Umsetzung einer gesunden Lebensweise im Bereich Ernährung ist ein gewisses Grundwissen um Energiebedarf, Energieverbrauch und den Energiegehalt von Nahrungsmitteln erforderlich. Die Nährwertkennzeichnung auf Lebensmitteln, der sogenannte Nutriscore kann dabei hilfreich sein. Außerdem stellen tägliches Wiegen und die Steigerung des Energieverbrauchs durch erhöhte Alltagsaktivität, z. B. durch die Verwendung eines Schrittzählers zur täglichen Umsetzung von mehr als 10 000 Schritten, die wichtigsten Maßnahmen dar. Dies ist sowohl für eine Gewichtsreduktion als auch zur Primär- und Sekundärprävention essentiell!
 

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