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Akute Lahmheit in der Außenpraxis

Die akute, hochgradige Lahmheit des Pferdes stellt für den Tierarzt in der Außenpraxis oft eine große Herausforderung dar. Mit dem Wissen, dass aus einer möglichen Fissur doch noch eine Fraktur resultieren kann, bleibt die Lahmheitsuntersuchung oft auf die klinische Untersuchung beschränkt. Ziel dieses Artikels ist es zu erläutern, welche Anhaltspunkte vor Ort eine Fissur eher unwahrscheinlich erscheinen lassen bzw. ab wann ein Pferd besser überwiesen werden sollte. Dabei sollen die wichtigsten Ursachen sowie ihre Symptome für akute, hochgradige Lahmheiten veranschaulicht und darauf hingewiesen werden, was in der Außenpraxis möglich ist und was gerade nicht.

Bei einer akuten, hochgradigen Lahmheit bleibt die Lahmheitsuntersuchung oft auf die klinische Untersuchung beschränkt, dies vor dem Hintergrund, dass aus einer möglichen Fissur doch noch eine Fraktur resultieren kann. Damit verbleiben gerade bei der Erstuntersuchung nicht selten große Zweifel im Hinblick auf die genaue Diagnose. Die Angst, wichtige Symptome zu übersehen oder gar eine Verschlimmerung durch weiterführende Diagnostik herbei zu führen ist nicht unbegründet: Wie im humanmedizinischen Bereich kommt es dann zu einer Beweislastumkehr, wenn dem Tierarzt grobe Behandlungsfehler nachgewiesen werden können. So urteilte der Bundesgerichtshof in Karlsruhe am 10. 05. 2016, dass der erstuntersuchende Tierarzt einer vorberichtlich bekannten Schlagverletzung durch mangelnde Abklärung einer Fissur maßgeblich dazu beigetragen habe, dass das Bein des Pferdes letztlich frakturiert sei. Er wurde hierfür in Haftung genommen.


Die Bedeutung der klinischen Untersuchung

Die akut auftretende Lahmheit kann verschiedenste Ursachen haben. Für viele ambulante Pferdepraxen gehören moderne bildgebenden Verfahren wie etwa ein digitales Röntgensystem mittlerweile zur Standardausstattung. Damit gerät allerdings aufgrund der vermeintlich schnelleren Diagnostik die klinische Untersuchung oft ins Hintertreffen. Mit diesem Bewusstsein jedoch sollte sie wieder zurück an erste Stelle gesetzt werden.

Die klinische Untersuchung beginnt mit der Erhebung der Anamnese und mündet in eine gründliche Adspektion und Palpation. Diese können schon viele Hinweise auf die Diagnose geben. Dabei sind die Beobachtung des Bewegungsmusters des Patienten sowie ein strukturiertes Vorgehen bei der Untersuchung von besonderer Wichtigkeit.


Traumaursache bekannt

Ist die Ursache des Traumas bekannt, bleiben Adspektion und Palpation oft die einzigen diagnostischen Maßnahmen. Diagnostische Anästhesien sind in einem solchen Fall nämlich kontraindiziert. Eine sorgfältige Palpation der gesamten Gliedmaße und eine Stabilisierung durch einen entsprechenden Verband bei Frakturverdacht sind bei dem Erstbesuch meistens die einzig sinnvollen Vorgehensweisen.


Traumaursache unbekannt

Ist die Ursache der Lahmheit dagegen unbekannt, beginnt die Untersuchung gleichwohl mit Erhebung der Anamnese, Adspektion und Palpation.
Zu den wichtigsten Befunden gehören:

  • Weichteilschwellungen
  • Füllung von Synovialstrukturen
  • Druckdolenz und/oder
  • Flexions- und Torsionsschmerz
  • vermehrte Wärme

Kann hiernach die Ursache der Lahmheit nicht ermittelt werden, sollte man sich zunächst dem Hufbereich zuwenden. Hierbei wird dem Vorhandensein eines Wendeschmerzes, der einseitig oder beidseitig auftreten kann, besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Diese Symptomatik gilt als typisch für unilaterale Hufproblematiken und ist z. B. charakteristisch für Hufbeinastfrakturen.

Häufige Lahmheitsursachen

Als häufigste Ursachen für akute, hochgradige Lahmheiten, die ihre Ursache im Huf haben, gelten Sohlenlederhautprellungen bzw. -quetschungen, Nageltritte, Hufabszesse, Hufrehe, akute Schäden der Weichteilstrukturen (oft der tiefen Beugesehne) sowie Hufbeinfrakturen. Andere Lahmheitsursachen wie das Hufrollensyndrom (Podotrochleose) oder eine Hufgelenksarthrose zeigen dagegen tendenziell eher einen chronischen Verlauf.

Die meisten genannten Erkrankungen sind i. d. R. in der Außenpraxis gut diagnostizier- und therapierbar. Im Folgenden sollen sie nun genauer erläutert werden.

Lesen Sie den gesamten Beitrag hier: Akute Lahmheit in der Außenpraxis

Aus der Zeitschrift: pferde.spiegel 03/2017

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