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Der Anästhesienotfall – Was tun, wenn Hund oder Katze nicht mehr atmen?

Die gute Botschaft ist: Eine Atemdepression in der Anästhesie kann gut beherrscht werden! Doch dies geht natürlich nur mit dem richtigen Know-how. Wir zeigen, wie Sie den Notfall rechtzeitig erkennen und optimal handeln.

Bei einer Anästhesie kommt es bewusst zu einer gezielten, medikamenteninduzierten „Vergiftung“ des zentralen Nervensystems. Diese hat nicht nur Auswirkungen auf das Bewusstsein, sondern vermindert auch die Funktionen und Reservekapazitäten des Herz-Kreislauf- und Atem-Systems und birgt deshalb gewisse Gefahren, z. B. die einer Atemdepression.

Ursachen

Durch eine Atemdepression wird weniger Sauerstoff aufgenommen und CO2 abgeatmet, und führt bei Tieren, die keinen zusätzlichen Sauerstoff erhalten, innerhalb von 1 – 3 Minuten zur Hypoxie. Zudem bewirkt die Anreicherung von CO2 im Blut eine Ansäuerung des Körpers. Beide Faktoren können innerhalb weniger Minuten zum Herzstillstand und somit zum Tod des Tieres führen. Auf der anderen Seite führt ein Herzstillstand auch sehr schnell zum Aussetzen der Atmung, sodass ein Atemstillstand auch ein Zeichen eines Herzstillstandes sein kann.

Als Gründe für Atemdepression und Atemstillstand kommen z. B. folgende Auslöser in Betracht:

  • Medikamente zur Sedation und deren schnelle Verabreichung,
  • sedative, analgetische und anästhetische Medikamente wie zum Beispiel Alfaxalon, Fentanyl, Ketamin, Methadon oder Propofol,
  • Verlegungen der Atemwege oder Kompression der Lunge, z. B. durch eine Bohrmaschine, die auf dem Brustkorb einer kleinen Katze liegt,
  • Operation an der Halswirbelsäule mit Kompression des Rückenmarks,
  • mangelnde Überwachung in der Aufwachphase. Besonders bei kurznasigen (brachyzephalen) Hunden kommt es oft nach Extubation zur Verlegung der oberen Atemwege. Hier sollte nicht nur die Atembewegung, sondern auch der Luftfluss an Nase oder Maul kontrolliert werden.

 

MERKE

Zuwenig O2 und zu viel CO2 führen in 1 – 3 Minuten zu Hypoxie, Azidose und evtl. zum Tod.

Erkennen

Da Anzeichen oft schon wenige Minuten vor dem eigentlichen Atemstillstand zu erkennen sind, ist bei jeder Anästhesie eine regelmäßige und engmaschige Überwachung des Patienten essenziell. Wenn der Patient nicht mehr atmet, und wir bekommen dies erst mehrere Minuten nach dem Atemstillstand mit, ist es für den Patienten oft zu spät.

 

Lesen Sie den gesamten Beitrag hier: Der Anästhesienotfall – Was tun, wenn Hund oder Katze nicht mehr atmen?

Aus der Zeitschrift Team konkret 04/2019

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