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Der BARF-Trend in der Hundeernährung – Eine Herausforderung für den Tierarzt?

Das Füttern von sog. BARF-Rationen ist ein aktueller Ernährungstrend bei Hunden. Der Übersichtsartikel beschreibt das tierärztliche Spannungsfeld zwischen Motivation und Kenntnisstand der Hundebesitzer auf der einen Seite und den wesentlichen Nachteilen der BARF-Fütterung auf der anderen Seite.

Im Unterschied zu den zahlreichen Besitzerumfragen gibt es kaum wissenschaftliche Untersuchungen, die die langfristigen Auswirkungen von BARF-Rationen zum Gegenstand hatten. In einer aktuellen Studie konnte gezeigt werden, dass sich die Zahngesundheit der Hunde nach Umstellung auf eine BARF-Ration aufgrund der Knochenfütterung innerhalb von 12 Wochen deutlich verbesserte. Die Fell- und Kotqualität veränderten sich hingegen nicht wesentlich. Umgekehrt werden bei Rationskontrollen zahlreiche Abweichungen in der Nährstoffversorgung dargestellt: Häufig sind die Kalzium- (Ca) und Phosphor- (P) sowie die Spurenelementversorgung in den BARF-Rationen marginal. Die fettlöslichen Vitamine A und D können in Abhängigkeit von den Rationskomponenten sowohl sehr niedrig als auch extrem hoch sein.

In einer Untersuchung von Wendel et al. konnte auch gezeigt werden, dass in einer kommerziellen BARF-Ration für Welpen, die als „Alleinfutter“ deklariert war, nur 20 % der minimalen Empfehlung für die Kalziumzufuhr für Welpen enthalten war. Rechtlich impliziert ein Alleinfutter, dass bei sachgemäßem Einsatz der gesamte Energie- und Nährstoffbedarf des Tieres durch die ausschließliche Fütterung des Alleinfutters abgedeckt sein muss.

Die sog. „natürliche Fütterung“ orientiert sich am Beuteschema der wilden Vorfahren des Hundes.

BARF-Rationen bestehen im Wesentlichen aus:

  • rohem Fleisch, z. B. Rind, Geflügel, Pferd, Reh, Lamm
  • Innereien, z. B. Herz, Lunge, Leber, Pansen
  • Fisch
  • Milchprodukten
  • Gemüse
  • Obst
  • Pflanzenölen
  • Knochen

Herausforderung BARF-Rationen für den Tierarzt

Aus Erhebungen zur typischen Energie- und Nährstoffzusammensetzung von BARF-Rationen bei Hunden konnte gezeigt werden, dass 60–73 % der überprüften Rationen deutliche Abweichungen von den gültigen Energie- und Nährstoffempfehlungen aufwiesen.

Es konnte vor allem eine deutliche Unterversorgung mit folgenden Nährstoffen beobachtet werden:

  • Kalzium, inkl. inverses Ca/P-Verhältnis < 0,6 : 1
  • Kupfer
  • Zink
  • Jod
  • Vitamin A und Vitamin D

 

Lesen Sie hier den gesamten Beitrag: Der BARF-Trend in der Hundeernährung – Eine Herausforderung für den Tierarzt?

Aus der Zeitschrift kleintier konkret 03/2017

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Quelle

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