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Diätetik bei herzkranken Katzen – Gibt es einen „katzenspezifischen” Ansatz?
Einer Untersuchung von Torin 2007 zufolge wird nur in ca. 20 % der tierärztlichen Beratungsgespräche mit Haltern herzkranker Katzen die Ernährung thematisiert. Der vorliegende Artikel gibt einen Überblick über die diätetischen Möglichkeiten.
Katzen mit Herzerkrankungen stellen andere Anforderungen an die Ernährung als humane Herzpatienten. Obwohl Fleischfresser bei arttypischer Ernährung eine hohe Cholesterinaufnahme realisieren, kommen atherosklerotische Herzerkrankungen nur sehr selten vor.
Eine Spezialität der Felidae ist hingegen die dilatative Kardiomyopathie infolge eines Taurinmangels. Bei der Hypertrophen Kardiomyopathie (HKM), der häufigsten Herzerkrankung der Katze, wird zwischen einer genetisch bedingten, primären Form und einer sekundären z. B. infolge Hyperthyreose, Niereninsuffizienz oder Hypertonie unterschieden. Bei der sekundären HKM sind daher therapiebegleitende, spezifische diätetische Maßnahmen erforderlich.
Basics der Ernährung
Torin et al. benennen in ihrer Arbeit 5 Schlüsselnährstoffe für herzkranke Katzen:
• Protein und Fett (Energie)
• Natrium
•Kalium
• Magnesium
Energie
Abweichungen vom Normalgewicht stellen für herzkranke Katzen einen prognostisch ungünstigen Faktor dar.
Fett und Protein sind Energie- und Geschmacksträger im Katzenfutter; von ihnen hängen Akzeptanz und Energiedichte eines Futters ab:
Proteingehalt und -qualität entscheiden bei marginaler Versorgung darüber, ob die Katze Muskulatur abbauen muss, um ihren Bedarf zu decken.
Ein Futter mit einer hohen Energiedichte (hoher Fettgehalt) ist im fortgeschrittenen Stadium einer Herzerkrankung sinnvoll, weil das Volumen der Mahlzeiten begrenzt werden kann. Eine starke Füllung des Magens, die den Brustraum einengen würde, kann so vermieden werden, aber inappetente Katzen können trotzdem ihren Energiebedarf decken.
Adipositas Diese birgt in mehrfacher Hinsicht ein Risiko: Die chronische Überlastung des Herz-Kreislauf-Systems beschleunigt das Fortschreiten einer bestehenden Kardiopathie, begrenzt die kompensatorischen Möglichkeiten in einer kardialen Krise und mindert die Lebensqualität – oberstes Gebot bei übergewichtigen Katzen ist daher Gewicht abnehmen.
Die Gewichtsreduktion sollte jedoch langsam und unter Schonung der körpereigenen Proteinreserven erfolgen (1–2 % Gewichtsabnahme pro Woche).
Die Ausprägung abdominaler Fettdepots spielt eine besondere Rolle: Abdominales Fett steigert die Insulinresistenz bzw. kann via Kompression von außen die Nierenfunktion beeinträchtigen.
In Verbindung mit hochgradiger Adipositas kann als Folge eines Pickwick-Syndroms (Hypoventilation aufgrund einer Kompression der Atemwege durch Körperfett) ein Cor pulmonale entstehen: Diese Rechtsherzhypertrophie beruht auf einer Hypertonie im Lungenkreislauf, da sich bei Hypoventilation die Lungengefäße verengen (erhöhter Gefäßwiderstand).
Lesen Sie den gesamten Beitrag hier: Diätetik bei herzkranken Katzen – Gibt es einen „katzenspezifischen” Ansatz?
aus der Zeitschrift: kleintier konkret 6/2010

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