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Haltungs- und fütterungsbedingte Erkrankungen beim Meerschweinchen

Unter den Heimtieren erfreuen sich Meerschweinchen seit vielen Jahren großer Beliebtheit. Doch die anspruchsvolle Haltung und Fütterung dieser Tiere wird oft unterschätzt, weshalb haltungs- und fütterungsbedingte Erkrankungen eine prominente Rolle in der Tierarztpraxis spielen.

Haltung

Meerschweinchen sind sehr gesellige Tiere, die in der Natur in Familienverbänden leben. Diese bestehen aus einem Männchen und mehreren Weibchen mit ihren Jungtieren. Deshalb sollten sie stets mindestens paarweise, besser in kleinen Gruppen gehalten werden. Um ungewollten Nachwuchs zu vermeiden, sollten die Böckchen unbedingt kastriert werden. Da die Tiere etwa ab der 4. Lebenswoche geschlechtsreif sind, empfiehlt sich dann eine Kastration. Der früheste Zeitpunkt für den Eingriff sollte ein Lebensalter von 14 Tagen sein. In jedem Fall gilt es zu beachten, dass die Männchen noch circa 6 Wochen nach der Kastration zeugungsfähig sind.

Die Haltung von gleichgeschlechtlichen Gruppen ist auch möglich. Dies funktioniert am besten, wenn die Tiere sich von klein auf kennen und/oder die Männchen kastriert sind. Eine Vergesellschaftung mit einer anderen Tierart, beispielsweise Kaninchen, ist aufgrund der unterschiedlichen Verhaltensweisen und Haltungsansprüche abzulehnen und ersetzt keinesfalls den Artgenossen.

Fütterung

Meerschweinchen verbringen die meiste Zeit mit der Futteraufnahme. Die Muskelschicht der Magenwand ist sehr schwach ausgebildet. Die Tiere müssen deshalb ständig Nahrung aufnehmen, um die Verdauung in Gang zu halten. Aufgrund der ständig wachsenden Zähne (Incisivi: 1,2–1,9 mm/Woche) sind die Tiere auf ausreichendes Rohfaserangebot und Nagematerial angewiesen. Die empfindliche Mikroflora im Darm reagiert empfindlich auf plötzliche Futterwechsel, die deshalb vermieden werden sollten. Um die lebenswichtigen B-Vitamine aufnehmen zu können, die von den Bakterien im Darmtrakt gebildet werden, betreiben Meerschweinchen Caecotrophie.

Als Grundnahrungsmittel sollte hochwertiges Heu zur ständigen Verfügung stehen. Weiterhin werden täglich 2 abwechslungsreiche Portionen Frischfutter empfohlen.

Häufige haltungs- und fütterungsbedingte Erkrankungen

Viele der Erkrankungen, mit denen Meerschweinchen in der Praxis vorstellig werden, sind auf Fehler in der Haltung und Fütterung zurückzuführen. Diese sind z. B.:

  • Zahnerkrankungen
  • Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts wie Tympanie und Diarrhoe sowie Obstipation
  • Fell- und Hautveränderungen wie Pododermatitis, Alopezie, Pilzinfektionen, Parasiten u. ä.
  • Erkrankungen des Harn- und Geschlechtsapparats wie Urolithiasis und Zystitis

Die Häufigkeit des Auftretens solcher Mängel könnte durch adäquate und umfassende Beratung der Besitzer durchaus vermindert werden.

 

Lesen Sie hier den gesamten Beitrag: Haltungs- und fütterungsbedingte Erkrankungen beim Meerschweinchen

Aus der Zeitschrift kleintier.konkret S01/2017

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