• Hundesport © Jutta Adam

     

Hundesport – für jeden Hund gibt es die passende Sportart

Der Hundesport bietet eine breite Palette an Variationen und das Angebot wächst stetig. Sorgsam ausgewählt und mit Bedacht ausgeführt, kann das Training eine große Bereicherung für Mensch und Tier darstellen. Tierärzten kommt in dieser Frage eine wichtige Funktion als Berater zu.

Die ursprünglichste Form des Hundesports ist die Jagd. Aus der Notwendigkeit, sich mit Nahrung zu versorgen, wurde später eine Freizeitbeschäftigung, die vor allem dem Vergnügen diente. Im Breitensport haben sich – aufbauend auf den Jagdtechniken – Sportarten entwickelt, die vor allem aus dem Aufspüren künstlicher Fährten bestehen. Auch Hunderennen, wie sie heute üblich sind, ahmen im Prinzip eine Jagdsituation nach: Ähnlich der Jagd nach einem Hasen auf freiem Feld, hetzen die Hunde heute auf der Rennbahn ihrer künstlichen Beute hinterher. Während in Deutschland professionelle Hunderennen aus Tierschutzgründen verboten sind, gibt es in Großbritannien und den USA kommerziell betriebene Rennbahnen, bei denen große Wettsummen umgesetzt werden.

Eine andere Form des sportlichen Hundewettkampfs sind Schlittenhunderennen, die es etwa seit Beginn des 20.Jahrhunderts gibt. Noch immer erfreut sich der Schlittenhundesport großer Beliebtheit in Europa und den USA. Unabhängig von Schnee und Eis werden die Rennen mittels speziellen „Schlitten auf Rädern“ auch im Sommer durchgeführt.

Auch aus der ursprünglichen Arbeitsaufgabe des Hundes als Hütehund ist ein Sport geworden. Bei den Hütehund-Wettbewerben bilden „Schäfer“ und Hund ein Team und müssen eine Schafherde durch einen Parcours leiten. Dieser Sport findet vor allem in Nordamerika, Australien und Großbritannien großen Anklang.

Obedience

Bei den „Obedience“-Prüfungen geht es, wie der Name schon sagt, um Gehorsam. Anhänger dieser Art des Hundesports bezeichnen sie auch als „hohe Schule des Gehorsams“. Im Gegensatz zu anderen Hundesportarten besteht hier der Vorteil, dass die körperlichen Belastungen – sowohl für Hund als auch für Hundeführer – recht gering sind. Obedience eignet sich daher auch für Hunde, die aufgrund ihres Alters oder einer Erkrankung weniger belastbar sind. Auch Hundehalter mit körperlichen Einschränkungen können Obedience problemlos mit ihrem Hund trainieren.

Die aktuellen und populären Formen des Hundesports setzen ihren Fokus vor allem auf den Bereich der Geschicklichkeitsprüfungen. So zählt Agility heute mit zu den beliebtesten Hundesportarten. Aber auch weniger bekannte Sportarten verbreiten sich zunehmend in Deutschland.

Agility

In der Agility geht es vor allem um Schnelligkeit und das fehlerfreie Absolvieren eines Hindernisparcours. Die Hunde werden dabei nur durch Zurufe oder Handzeichen gesteuert. Insgesamt ist Agility ein sehr schneller Sport mit hohem Spaßfaktor für den Hund. So ist es oft schwieriger, die Hunde bremsen als sie anzutreiben. Mit der Geschwindigkeit steigt allerdings auch das Verletzungsrisiko. Stürze und Stangenabwürfe können vorkommen. Für Hundehalter gilt es daher, den Parcours so auszuwählen, dass er den Fähigkeiten seines Hundes entspricht und ihn nicht überfordert. Die Trainingsgeräte können in abgewandelter Form auch in der Rehabilitation eingesetzt werden. Die Hindernisse werden dafür in der Schwierigkeit angepasst und die Hunde – vor allem zu Beginn der Rehabilitationsphase – an der kurzen Leine langsam über den Parcours geführt.

Neue Hundesportarten und Trends

Das Angebot an neuen Trends auf dem Gebiet des Hundesports ist inzwischen immens gewachsen und damit schwer zu überschauen. Vor allem folgende Hundesportarten haben sich in den letzten Jahren in Deutschland etabliert:

Flyball:

Der Hund überwindet einen Hindernisparcours, betätigt eine Ballwurfmaschine und fängt dann den Ball. Mit dem Ball muss erneut der Parcours bewältigt werden. Gewinner ist, wer mit dem Ball zuerst das Ziel erreicht. Der Parcours, der für Flyball benötigt wird, ist sehr aufwändig und schränkt daher die Verfügbarkeit ein. Flyball ist sehr temporeich und nicht für jeden Hund geeignet. Durch die hohen Geschwindigkeiten und den starken Wettkampfcharakter kommt es häufiger zu Verletzungen. Schnelle Sprints, enge Wendungen und abruptes Abbremsen belasten die Gelenke. Für Hunde mit Vorerkrankungen an Sehnen, Bändern und Gelenken sollte daher eine andere Form des Trainings gewählt werden.

Dogdancing:

Hund und Hundeführer zeigen eine Choreographie mit musikalischer Untermalung. Dogdancing hat seinen Weg aus den USA nach Europa gefunden. Die Sportart ist aus dem Obedience-Training hervorgegangen und verlangt vom Hund ebenso ein hohes Maß an Gehorsam. Kunststücke wie beispielsweise Rückwärtsgehen, Seitengänge, Drehungen und Sprünge werden zu einer Choreographie kombiniert. Auf Turnieren unterscheidet man Funklassen ohne Wettkampfcharakter und offizielle Klassen, die nach einem Punktesystem bewertet werden. Da keine Hilfsmittel erforderlich sind, punktet Dogdancing vor allem in Sachen Kreativität und Flexibilität.

Canicross:

Canicross ist ein Geländewettlauf, bei dem Hund und Läufer miteinander über eine flexible Leine verbunden sind. Der Sport ist für Mensch und Tier gleichermaßen ein effektives Konditionstraining. Wichtig ist die Ausstattung der Leine mit dem sogenannten Panikhaken. Im Notfall kann damit die Verbindung zwischen Hund und Läufer rasch gelöst werden, um Verletzungen zu vermeiden. Bei Außentemperaturen über 18 Grad sollte der Sport aufgrund der hohen Kreislaufbelastung nicht durchgeführt werden.

Welcher Sport für welchen Hund?

Einige Hundesportarten, zum Beispiel Dogdancing, sind fast für jeden Hund – unabhängig von Rasse oder individuellen Besonderheiten – geeignet, da sie sich in ihren Anforderungen auf die Fähigkeiten des Hunds anpassen lassen. Einschränkungen gibt es dagegen bei Sportarten, die mit besonderen körperlichen Belastungen einhergehen. So sind brachiozephale Rassen, wie etwa Französische Bulldoggen oder Möpse, aufgrund ihrer rassetypischen Morphologie und deren Folgen oft nur eingeschränkt belastbar und eignen sich weniger gut für rasante Sportarten wie Agility. Hunden mit Atemproblemen und Herzerkrankungen sollte nur moderates Training zugemutet werden, dessen Intensität sich gut steuern lässt. Gleiches gilt es auch bei Riesenrassen mit Risiko zu dilatativen Kardiomyopathien zu berücksichtigen. Auch bei ansonsten gesunden Hunden ist es essenziell, Körperbau und individuelle Fähigkeiten bei der Wahl eines geeigneten Hundesports mit einzubeziehen.

Weitere nützliche Informationen

Der deutsche Hundesportverband www.dhv-hundesport.de bietet viele nützliche Informationen und hilft bei der Suche nach einem geeigneten Sportverein.

 

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