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Geräuschangst bei Hunden und Katzen - Entstehung, Prophylaxe und Therapie

Geräuschängste bei Hunden und Katzen sind ein weit verbreitetes Problem, das zu bestimmten Jahreszeiten jeweils speziell Hochkonjunktur hat. Ein betroffenes Tier zeigt sich jedoch nicht nur in den „klassischen“ Problemsituationen wie Silvester, Karneval oder einem Schützenfest ängstlich, sondern durchlebt auch im Alltag wiederkehrend Phasen der Angst, wenn es mit den entsprechenden Problemreizen, d. h. den angstauslösenden Geräuschen, konfrontiert wird.

Was ist Angst?

Angst ist eine Emotion, die dem Körper als Schutzmechanismus dient bzw. dienen soll. Jeder Reiz, der über die verschiedenen Sinnesorgane (hier natürlich speziell die Ohren) wahrgenommen wird und einen individuellen Schwellenwert überschreitet, wird im limbischen System (einem Teil des Gehirns) in Sekundenbruchteilen mit einem emotionalen Attribut (einer Eigenschaft) versehen. Die Emotion Angst wird hierbei konkret im sogenannten Mandelkern ausgelöst, der zum limbischen System gehört. Im Normalfall lösen Reize Angst aus, die das Tier als Gefahr einordnet. Das bedeutet, diese Emotion hat eine wichtige Schutzfunktion. Im Fall von Geräuschängsten reagieren die Tiere jedoch mit Angst auf Reize, die auf das Leben des Tieres im Grunde keinerlei negativen Einfluss haben können, etwa auf einen Zischlaut oder auf einen Knall.

Geräuschangst

Die Palette an Problemgeräuschen kann von Tier zu Tier stark variieren. Bei einem Geräuschangstproblem ist daher vor dem Start einer Therapie von entscheidender Wichtigkeit, genau zu analysieren, welche Geräusche bei dem Patienten das Problemverhalten auslösen. Geräuschängste können plötzlich auftreten, das heißt, das Tier muss zuvor keinerlei negative Erlebnisse mit diesem Geräusch gemacht haben.

Typischerweise verschlimmern sich unbehandelte Geräuschängste über die Zeit und das Tier beginnt, den Problemreiz zu generalisieren. Das bedeutet, dass sich die Palette an Problemgeräuschen zunächst auf ähnliche Reize ausweitet. Nicht selten wird die Angst dann nach und nach auch auf andere Situationen übertragen, man spricht dann von einer Angstverknüpfung und Angstübertragung. Die Gefahr einer Angstverknüpfung ist umso größer, wenn das Tier bereits im Vorfeld in negativer Art mit dem angstauslösenden oder ähnlichen Geräuschen konfrontiert wurde, je weniger klar für das Tier zu erkennen ist, woher das Geräusch kommt oder wodurch es ausgelöst wird und je stärker seine generelle Stressbelastung im Moment des Geräuschereignisses ist.

Merke: Je später eine Therapie beginnt und je negativer ein angstauslösender Reiz empfunden wird, desto größer ist die Gefahr der Angstübertragung.

Angstübertragung

Ein Beispiel für eine Ausweitung der Angst wäre Folgendes: Der Hund erlebt zunächst panikartige Angst bei Schussgeräuschen. Anfänglich wird er vielleicht auf einem Spaziergang mit diesem Geräusch konfrontiert. Neben dem Geräusch selbst wird nicht selten auch der Ort mit der Angst assoziiert, sodass der Hund beispielsweise beginnt, konkrete Wegstrecken zu meiden. Als nächstes wird das Problem möglicherweise auf Feuerwerke übertragen, da auch hier Schusslaute eine Rolle spielen. Darüber hinaus kommen nun aber auch Zischlaute und laute dumpfe Töne hinzu. Die Angst vor Zischlauten kann dann auf die Situation mit einem Heißluftballon oder zuhause auf das Öffnen einer Flasche mit Kohlensäure überspringen und von dort weiter auf andere Haushaltsgeräte oder draußen auf Flugobjekte, wie etwa Flugzeuge oder Lenkdrachen und von hier wiederum auf Fahnen, die im Wind flattern und weiter auf Wind im Allgemeinen und so weiter und so fort. Die lauten dumpfen Töne aus diesem Beispiel wären ein Einstieg für die Übertragung der Angst auf Schützenfeste, Verkehrssituationen oder auch Angst vor Menschenmengen.

 

Lesen Sie hier den gesamten Beitrag: Geräuschangst bei Hunden und Katzen - Entstehung, Prophylaxe und Therapie

Aus der Zeitschrift team.konkret 1/2016

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