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Impfmüdigkeit und Nachweishürden – Herausforderungen bei der Staupe

Die Staupe des Hundes tritt nach wie vor auf, wie ein Staupeausbruch bei einem Wurf Mischlingswelpen in Leipzig zeigt. Aufgrund des hohen Ansteckungspotenzials ist eine schnelle Diagnose wichtig, sie stellt jedoch wegen der oft unspezifischen Symptomatik und der schwierigen Differenzierbarkeit von Impf- und Feldvirus eine Herausforderung dar. Die quantitative Polymerase-Kettenreaktion (PCR) kann dabei hilfreich sein.

Hintergründe

Vor der Einführung eines geeigneten Impfstoffs um 1960 war die Staupe eine sehr verlustreiche Viruserkrankung des Hundes. Sie galt danach lange Zeit als zurückgedrängt. Eine gewisse Impfmüdigkeit und der Import von Hunden aus dem osteuropäischen Ausland sind Gründe für ein Wiederaufflammen der Infektionen seit den 80er Jahren.

Aktuell regen die hohen Fallzahlen an Masernerkrankungen, deren Erreger wie das Staupevirus auch zur Gattung Morbillivirus gehört, und die zugehörige Diskussion um die Impfpflicht in den Medien zum Nachdenken an. Eine Population gilt vor Epidemien als geschützt, wenn über 70 % der Tiere, in diesem Fall besonders der empfänglichen Jungtiere, immun sind. An anderer Stelle wird sogar eine notwendige Durchimpfungsrate von 95 % beschrieben. Eine schützende Immunität nach Impfung mit einem modifizierten Staupe-Lebendimpfstoff (MLV) wurde für mindestens 3 Jahre beschrieben, Auffrischungsimpfungen sollten daher nach einer Grundimmunisierung alle 3 Jahre erfolgen.

Symptomatik

Betroffene Tiere zeigen oft eine gastrointestinale oder respiratorische Symptomatik, wofür viele Differenzialdiagnosen infrage kommen. Das erste Symptom einer Staupeinfektion ist häufig eine milde seröse bis mukopurulente Konjunktivitis. Besonders bei Jungtieren muss in diesen Fällen an eine Staupeerkrankung gedacht werden. Einen Überblick über die Symptome gibt. 

Eventuelle Symptome des ZNS können sehr variabel ausfallen, lediglich der Myoklonus wird häufig als typisch für eine Staupeinfektion angesehen. Selten kann ein Myoklonus durch eine Enzephalitis oder Myelitis anderer Ursache entstehen sowie das Symptom einer Vergiftung oder einer Myelinisierungsstörung sein. Ein intermittierender Myoklonus kann auch im Rahmen eines fokalen Anfalls auftreten. Die neurologischen Symptome einer Staupe treten in der Regel 1–3 Wochen nach systemischer Erkrankung auf, selten auch Wochen bis Monate später. Bei den im Folgenden vorgestellten Welpen entwickelten sich die ZNS-Symptome 5–7 Wochen nach den ersten gastrointestinalen Krankheitszeichen.


Diagnostik

Die Diagnose gestaltet sich in der Praxis oftmals schwierig. Nicht selten sind endgültige Diagnosen erst post mortem möglich, da die Unterscheidung zwischen geimpften und erkrankten Tieren problematisch ist. Hämatologische Veränderungen fehlen häufig oder sind unspezifisch.


Antikörpertiter

Niedrige Titer könnten durch die staupebedingte Immunsuppression hervorgerufen werden, hohe Titer können hingegen von einer Impfung oder vorherigen Infektion stammen.

Eine getrennte Untersuchung von IgG und IgM in einem Titerpaar im Abstand von 14 Tagen wäre sinnvoll. Bei ungeimpften Hunden würden steigende IgG-Titer eine Staupeinfektion anzeigen. Eine Erhöhung um mehr als 4 Stufen würde die Erkrankung sogar bei kürzlich geimpften Tieren erkennen lassen. Allerdings ist der getrennte Nachweis der Immunglobuline in den meisten kommerziellen Labors nicht möglich. Eine Antikörperbestimmung im Liquor eignet sich ebenfalls nicht, da sowohl eine Blutkontamination als auch eine gestörte Blut-Hirn-Schranke zu falsch-positiven Ergebnissen führen können.

Lesen Sie hier den gesamten Beitrag: Impfmüdigkeit und Nachweishürden – Herausforderungen bei der Staupe

Aus der Zeitschrift kleintier.konkret 4/2015

 

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