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Infektiöser Durchfall bei Katzen – Wann sollten Sie an Tritrichomonas foetus denken?

Infektiöse Durchfälle haben multifaktorielle Ursachen und stellen daher eine diagnostische Herausforderung dar. Eine der wichtigsten Ursachen chronischer Dickdarmdurchfälle bei Katzen sind Infektionen mit Tritrichomonas foetus.

Einleitung

Der infektiöse Durchfall bei Katzen stellt den Tierarzt vor eine Herausforderung, denn es handelt sich häufig um Koinfektionen mit verschiedenen Erregern, v. a. viral, parasitär und bakteriell (Paris et al. 2014 u. a.). Manche Pathogene bleiben auf der Schleimhautoberfläche und produzieren Enterotoxine mit Verlust der Permeabilität (z. B. Clostridien). Andere Erreger penetrieren und replizieren in Epithelzellen mit Entzündung und Läsion der Zellen (Viren/Kokzidien/invasive E. coli). Flagellaten wie etwa Giardien adhärieren an der Schleimhaut (Mikrovilli) im Dünndarm mit Verlust der Absorptionsoberfläche, Tritrichomonas (T.) foetus führt im Dickdarm zur Zerstörung von epithelialen Zellen. Die Theorie, dass ein einzelner Erreger für das klinische Geschehen verantwortlich ist, rückt daher immer mehr in den Hintergrund. Es stellt sich mehr und mehr heraus, dass infektiöse Durchfälle multifaktoriell sind.

Tritrichomonas foetus bei Katzen

Biologie

Tritrichomonas foetus wurde zuerst 1928 bei Katzen beschrieben. Danach folgte eine lange Pause, und erst 2001 erschien wieder eine ausführlichere Beschreibung in der Fachliteratur. Demnach erfüllte dieser Erreger die Kochʼschen Postulate im experimentellen Katzen-Modell mit einer Infektionsdauer von mindestens 203 Tagen und einem Durchfallgeschehen von mindestens 7 Wochen (Gookin et al. 2001).
Die Art der Übertragung ist direkt. Für den oral-fäkalen Weg spielen vermutlich Pseudozysten eine wichtige Rolle in den Übertragungszyklen der Trichomonaden. Die Pseudozyste wird unter ungünstigen Bedingungen gebildet und kann den Entstehungsprozess wieder umkehren, sodass daraus im Dickdarm wieder ein mobiler Trophozoit hervorgeht (Dos Santos et al. 2015, Zanzani et al. 2016). Im Unterschied zu Giardien handelt es sich dabei nicht um echte Zysten, die wiederum wesentlich länger in der Umwelt überleben können (bis zu 3 Monate unter bestimmten Bedingungen). Die Tenazität von T. foetus in der Umgebung ist daher eingeschränkt (Yao und Köster 2015).

Nach Rosypal (2012) kann T. foetus in der Umgebung je nach Medium unterschiedlich lange infektiös bleiben:

  • Wasser: 30 Minuten
  • Urin: mindestens 180 Minuten
  • Trockenfutter: 30 Minuten
  • Dosenfutter: bis zu 180 Minuten

Im gespikten Kot waren die Erreger bei Raumtemperatur für 6 – 24 Stunden noch lebensfähig. Eventuell können Schnecken als Transportwirte fingieren.
Tritrichomonas-foetus -Isolate von Katzen sind untereinander identisch und unterscheiden sich auf genetischer Ebene minimal von Rinder-Isolaten (1% Unterschied). Der Verlauf bei Kreuzinfektionen ist unterschiedlich. Dies stützt zusätzlich die Theorie, dass es ich um 2 verschiedene Stämme derselben Art handelt. Infektionen des Urogenitaltrakts werden bei Katzen sehr selten beschrieben (Yao und Köster 2015).

Lesen Sie den gesamten Beitrag hier: Infektiöser Durchfall bei Katzen – Wann sollten Sie an Tritrichomonas foetus denken?

Aus der Zeitschrift: kleintier konkret 06/2018

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